Sechs Niederlagen in Serie und der letzte Platz in der Tabelle - die sportlichen Gründe für die Entlassung von Damir Canadi sind durchaus gegeben. Doch das war nicht der Grund für die Trennung vom Trainer.
Canadi berichtet im Kurier, dass vor dem letzten Spiel (1:2 in Ried) ein Spieler auf ihn zugekommen ist und ihm mehrere Folien überreicht hat. Der Inhalt: Wie die Mannschaft im Spiel sowohl mit als auch ohne Ball agieren soll. Nur kamen diese Anweisungen nicht vom Coach, sondern von Spielern.
"Wie wir dann herausgefunden haben, haben sich Teile der Mannschaft vor den Spielen getroffen und von zwei Spielern visualisierte Anleitungen erhalten, wie sie spielen sollen", berichtet der 51-Jährige. Die "Maulwürfe" sind auch schon ausgeforscht: "Ich weiß mittlerweile, dass Jan Zwischenbrugger und Atdhe Nuhiu referiert haben", so Canadi.
Der Wiener wollte mit den betroffenen Spielern natürlich nicht mehr weiterarbeiten, erklärte dies auch der Klubführung. Die Entscheidung fiel gegen Canadi: "Die Verträge von Zwischenbrugger und Nuhiu wurden kürzlich um zweieinhalb und eineinhalb Jahre verlängert. Meiner läuft im Sommer aus. Ich denke, da hat auch die wirtschaftliche Seite mitgespielt."
Altach macht auch kein Geheimnis aus der Affäre: "Es gibt in dieser Causa nichts schönzureden. Es hat sich aus einer guten Intention heraus etwas entwickelt, was den Spielern aus den Fugen geraten ist", sagt Sportdirektor Werner Grabherr.