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Meuterei im Mittelmeer: Migranten bedrohen Retter

Heute Redaktion
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Flüchtlinge im Mittelmeer (Symbolbild)
Flüchtlinge im Mittelmeer (Symbolbild)
Bild: picturedesk.com

Mehr als 60 aufgesammelte Migranten bedrohten die Besatzung eines Schiffes mit dem Tod, falls man nicht nach Italien gebracht werde, wurde jetzt bekannt.

Das italienische Versorgungsschiff "Vos Thalassa" entdeckte 67 Migranten in Seenot im Mittelmeer. Nach Seerecht ist man zur Rettung alles Menschen in Gefahr verpflichtet, und so nahm man die Flüchtlinge an Bord.

Als der Kapitän den Geretteten aber erklärte, man müsse sie zurück nach Libyen bringen und der dortigen Küstenwache übergeben, begannen einige der Männer die 12-köpfige Besatzung zu bedrohen: Man würde sie umbringen, wenn man nicht nach Italien gebracht werde.

Der Kapitän alarmierte die italienische Küstenwache, die mit dem Patrouillenboot "Diciotti" zu Hilfe kam, wie Italiens Infrastrukturminister Danilo Toninelli auf Facebook erklärte. Die Küstenwache schützte daraufhin das Leben der Besatzung und nahm die Migranten an Bord. "Wir retten Leben, aber es darf keine Ausnahmen von der Einhaltung der Gesetze geben."

Streit um weitere Vorgangsweise

Innenminister Matteo Salvini betonte, "wenn jemand gegen das Gesetz verstoße, dann wird er im Gefängnis landen und nicht in einem Aufnahmezentrum." Die Rädelsführer der Meuterei sollen ein Ghanaer und ein Sudanese gewesen sein; der größte Teil von ihnen stammte aus Pakistan (27), Sudan (12) und Libyen (10).

Unklar ist allerdings, wie es nun weitergeht: Während Toninelli davon spricht, dass Geretteten an Land gebracht werden, verweigert das Innenministerium das Anlegen an einem italienischen Hafen:

"Wir können die Libyer nicht ersetzen", sagte Salvini in Anspielung darauf, dass die dortige Küstenwache die Seewege besser schützen müssen. Die Männer sollen offenbar wieder zurück zur libyschen Küstenwache gebracht werden.

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