Migranten bremsen Impfungen am Wiener Rathausplatz aus

Der Ansturm auf die Impfaktion am Wiener Rathausplatz war enorm. Doch für viele gab es dem ersehnten Stich die "rote" Sonderberechtigungsimpfkarte der Stadt.
Der Ansturm auf die Impfaktion am Wiener Rathausplatz war enorm. Doch für viele gab es dem ersehnten Stich die "rote" Sonderberechtigungsimpfkarte der Stadt.Leserreporter
Bis zu 200 Stiche pro Tag können in den Impfboxen am Rathausplatz gesetzt werden. Beratungsgespräche mit Migranten würden die Impfungen bremsen.

Das Interesse an den "Impfboxen mit Kulinarik" ist groß, größer als die Stadt wohl dachte. Seit vergangenem Samstag können sich Wiener ab 12 Jahren ohne Termin beim Filmfestival am Rathausplatz ein Corona-Jaukerl holen. Zum Start waren pro Tag im Durchschnitt 200 Dosen vorrätig. Aufgrund des Ansturms öffnete die Stadt am Sonntag eine zweite Impf-Lane, damit stehen nun täglich rund 400 Dosen bereit. Am Samstag wurden 281 Personen geimpft, am Sonntag waren es laut Stadt 350. Das Vakzin von Johnson&Johnson wird an alle ab 18 Jahren verimpft, den Impfstoff von Biontech/Pfizer gibt es ab 12 Jahren.

Fehlende Sprachkenntnisse führen zu sinkendem Impftempo

Damit kommt das Angebot längst nicht an die Nachfrage ran. Weitere Ausweitungen sind aber aufgrund des Platzmangels nicht möglich. Auswirkungen auf die Impfgeschwindigkeit haben auch die verpflichtenden Beratungsgespräche. Für Verzögerungen würden auch impfwillige Migranten sorgen. Jeden Tag steige ihr Anteil unter den Wartenden vor der Impfbox beim Rathausplatz, hieß es. "Einige, die zum Impfen kommen, sprechen nicht so gut deutsch. Das erhöht den Aufwand und nimmt mehr Zeit in Anspruch", erklärt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegenüber "Heute".

Streit in Warteschlange führt zu Polizeieinsatz 

Bei jenen, die stundenlang geduldig in der Warteschlange standen, nur um zu erfahren, dass sie nicht geimpft werden kann, steigt der Ärger. Gleich mehrere Leser wandten sich an "Heute", berichteten, dass sie wieder weggeschickt wurden. Eine Leserin will gehört haben, dass am Montag gar nur 60 Dosen verimpft wurden. Gegenüber "Wien heute" wies dies das Hacker-Büro zurück, es seien 400 Dosen verabreicht worden. Am Montagabend führte der Ärger sogar zu einer Rangelei zwischen Wartenden, die Polizei musste eingreifen. Strafrechtlich relevante Vorfälle gab es zum Glück nicht.

"Mit Karte terminlos auch Johnson&Johnson-Impfung"

Die Stadt reagierte daher früh mit der Verteilung sogenannter Sonderberechtigungsimpfkarten. Mit den roten Karten können Wiener, die am Rathausplatz nicht zum Stich kamen, ohne Termin (sofort oder in den nächsten Tagen) ins Austria Center Vienna (Donaustadt) ausweichen.

Hier läuft aktuell die "Astra-Sonderwoche". Pro Tag können sich 1.500 Wiener ab 18 Jahren ohne Termin eine AstraZeneca-Impfung holen. Mit einer Sonderberechtigungsimpfkarte gibt es aber auch Johnson&Johnson.

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