Dickster Teenager der Welt speckt jetzt ab

Sein Body-Mass-Index sprengte die Skala: Jetzt haben Ärzte dem 14-Jährigen einen Magenbypass gelegt und ihm so eine Chance auf ein normales Leben ermöglicht.

Mihir Jain aus der indischen Millionenmetropole Delhi ist so übergewichtig, dass es keine exakte Beschreibung mehr für seinen Zustand gibt. Als die Eltern des 14-Jährigen im Dezember vergangenen Jahres bei dem erfahrenen Adipositaschirurgen Pradeep Chowbey um eine gewichtsreduzierende Operation anfragten, brachte der Teenager stolze 237 Kilo auf die Waage. Das macht ihn, nach Angaben der Mediziner, zum dicksten Jugendlichen, dem je ein Magenbypass verpasst wurde.

Gemessen an seinem jungen Alter und seiner Körpergröße, hatte der 14-Jährige zu diesem Zeitpunkt einen Body-Mass-Index (BMI) von 92! Kinder in seinem Alter gelten ab einem BMI von 27 als stark übergewichtig, ab einem Wert von über 40 gibt es keine weiteren Kategorien mehr. Patienten darüber werden mit Adipositas Grad 3 oder Adipositas permagna (lat.: besonders groß) diagnostiziert.

Mihir ging wegen Übergewicht nicht mehr zur Schule

"Als ich ihm das erste Mal begegnet bin, war ich mir nicht sicher, dass eine Operation an ihm erfolgreich sein würde", erinnert sich Chowbey gegenüber der "Times of India". Nach Angaben seiner Mutter Puja Jain war Mihir als normalgewichtiges Baby auf die Welt gekommen, hätte aber dann graduell zugenommen. Als Fünfjähriger wog er bereits 60 bis 70 Kilo. "Die meisten Mitglieder meiner Familie sind übergewichtig, deshalb haben wir es damals nicht so ernst genommen", erzählt sie. Doch durch sein steigendes Gewicht konnte ihr Sohn nach der zweiten Klasse nicht mehr zur Schule gehen, weshalb sie ihn daheim unterrichten musste.

Zu der Zeit hatte die Familie erstmals Mediziner um Hilfe gebeten, doch wurde abgelehnt, weil Mihir (damals 7) noch zu jung für eine OP gewesen sei.

Damit er überhaupt die geplante Operation durchführen konnte, setzte Chowbey auf eine strikte Diät von maximal 800 Kalorien pro Tag. In der Annahme, dass die Familie dies nicht durchziehen könne, glaubte der Chirurg nicht an ein Wiedersehen. Doch er sollte sich irren: Nach vier Wochen hatte der Teenager schon zehn Kilo verloren, und der Mediziner verlängerte seinen Ernährungsplan um weitere zwei Monate bis Mihir ein Gewicht von knapp unter der psychologisch wichtigen 200-Kilo-Grenze erreicht hatte.

Pasta und Pizza

"Ich bin meist daheim herumgelegen oder gesessen", erzählt der Jugendliche und scheut sich auch nicht davor, seiner Liebe zu Fast Food Ausdruck zu verleihen: "Pasta ist mein Lieblingsessen. Pizza ist die Nummer 2."

Im April wurde der 14-Jährige schließlich unter dem Einsatz von Spezialausrüstung operiert. Der zweieinhalbstündige Eingriff stellte selbst den erfahrenen Chirurgen vor eine Herausforderung: "Es gibt zum Beispiel keine Guidelines für die Dosierung der Betäubungsmittel für Patienten mit 200 Kilo", schildert Chowbey weiter.

Der Eingriff verlief trotzdem ohne Komplikationen und Mihir konnte noch innerhalb einer Woche wieder aus dem Spital entlassen werden. Mittlerweile wiegt er nur noch 172 Kilo. Doch obwohl er sich auch weiterhin an seinen Diätplan halten muss, ist er überglücklich. Denn zum ersten Mal seit langem kann er wieder selbstständig und ohne Hilfe gehen.

Auch seine Familie scheint aus der Misere eine Lehre gezogen zu haben: "Ich sage meiner Tochter, Nandini, jetzt immer, dass sie darauf schauen soll, was sie zu sich nimmt", so Mama Puja.

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(red)

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