Noch ist die Menschheit weit davon entfernt, den Mars zu besiedeln. Doch Wissenschaftler arbeiten schon jetzt daran, wie künftige Astronauten auf dem Roten Planeten ernährt werden können.
Ein Forschungsteam vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) sowie der Universität Bremen hat nun einen vielversprechenden Ansatz entwickelt.
Laut Spektrum.de nutzen die Wissenschaftler Cyanobakterien, um aus Marsstaub und Kohlendioxid einen funktionierenden Nährstoffkreislauf zu erzeugen. Die Studie wurde im "Chemical Engineering Journal" veröffentlicht.
Die Cyanobakterien wachsen mit CO₂, Licht und Mineralien - Stoffe, die auf dem Mars vorhanden sind. Sie erzeugen daraus Biomasse. Andere Mikroben bauen diese dann ohne Sauerstoff ab und produzieren wichtige Pflanzennährstoffe wie Ammonium und Phosphat.
Als Nebenprodukt entsteht Methan, das als Energiequelle genutzt werden kann. Aus nur einem Gramm getrockneter Cyanobakterien entstehen rund 27 Gramm frische Pflanzenmasse.
Für die optimale Ausbeute werden etwa zehn Gramm Mars-Regolith pro Liter sowie Temperaturen von rund 35 Grad Celsius benötigt.
Den erzeugten Dünger testeten die Forscher mit Wasserlinsen. Diese schnell wachsende Wasserpflanze enthält viel Eiweiß und eignet sich als Nahrungsquelle.
"Das Konzept könnte die Versorgung von Astronauten auf langen Raumfahrtmissionen grundlegend verändern", erklärt Tiago Ramalho von der Universität Bremen.
Allerdings gibt es noch Herausforderungen: Ohne Kontrolle sinkt der pH-Wert stark ab, und derzeit sind hohe CO₂-Konzentrationen nötig, die für Menschen ungeeignet sind. Dennoch zeigt die Forschung, dass Pflanzenanbau auf dem Mars prinzipiell möglich ist.