Eine alte NASA-Sonde steht kurz vor ihrem letzten Flug. Die Raumsonde "Van Allen Probe A" soll laut aktuellen Berechnungen kurz nach Mitternacht Wiener Zeit in die Erdatmosphäre eintreten. Der genaue Zeitpunkt bleibt unsicher, das Fenster liegt bei plus minus 24 Stunden.
Die Sonde wurde 2012 gemeinsam mit einem Zwilling ins All geschickt. Ihre Mission: die sogenannten Van-Allen-Strahlungsgürtel rund um die Erde erforschen.
In diesen Regionen werden geladene Teilchen vom Magnetfeld unseres Planeten eingefangen. Sie schützen die Erde vor kosmischer Strahlung und heftigen Sonnenstürmen.
Eigentlich war die Mission nur für zwei Jahre geplant. Am Ende sammelten die beiden Sonden fast sieben Jahre lang Daten und lieferten neue Erkenntnisse über die Strahlungsgürtel. Dabei entdeckten Forscher sogar einen zeitweise auftretenden dritten Strahlungsgürtel, der sich bei besonders starker Sonnenaktivität bilden kann.
Die Mission endete 2019, nachdem beiden Sonden der Treibstoff ausging. Damals gingen Experten noch davon aus, dass Van Allen Probe A erst im Jahr 2034 abstürzen würde. Doch der aktuelle Sonnenzyklus brachte deutlich stärkere Sonnenaktivität als erwartet. Dadurch wurde die obere Atmosphäre aufgeheizt und dichter, was den Luftwiderstand erhöhte und die Sonde schneller abbremste.
Beim Wiedereintritt soll der Großteil der rund 600 Kilogramm schweren Sonde verglühen. Einige Bauteile könnten jedoch den Absturz überstehen. Das Risiko, dass jemand auf der Erde zu Schaden kommt, gilt als gering. Die NASA spricht von einer Chance von 1 zu 4200 – das ist dreimal höher als ein Vierer plus Zusatzzahl im Lotto.
Sowohl die Weltraumforscher als auch das US-Militär wollen den Absturz deshalb genau verfolgen und entsprechende Warnungen veröffentlichen. Der Wiedereintritt des Zwillings "Van Allen Probe B" wird erst 2030 erwartet.