Eindringliche Warnung

"Ein Objekt reicht" – fatale Kettenreaktion droht

Die ESA warnt vor einer gefährlichen Kettenreaktion im Erdorbit, die alle Träume der Menschheit vernichten könnte. Gegenmaßnahmen laufen bereits.
Newsdesk Heute
05.03.2026, 17:52
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Satelliten liefern uns täglich Wetterdaten, Navigation und Fernsehen – unsere moderne Gesellschaft ist davon abhängig geworden. Aber es gibt ein Problem: Wir haben unsere schlechten Gewohnheiten mit in den Weltraum genommen, mahnt die europäische Weltraumagentur ESA.

Der Erdorbit ist schon regelrecht zugemüllt – und der Weltraumschrott wird täglich mehr! Seit Beginn der Raumfahrt vor mehr als 60 Jahren haben über 6.000 Raketenstarts rund 56.450 Objekte im Orbit hinterlassen. Rund die Hälfte davon befindet sich noch im All – nur etwa 4.000 davon sind intakte und funktionierende Satelliten.

Der Rest ist Schrott, insgesamt schon mehr als 9.300 Tonnen. Die Weltraumbehörden beobachten die Flugbahnen dieser zehntausenden Trümmer genau. Im niedrigen Erdorbit wird alles ab einer Größe von 5 bis 10 Zentimeter nachverfolgt, in den weiter entfernten geostationären Orbits sind Trümmer ab 30 bis 100 Zentimeter erfasst.

Trümmerzahl stieg schlagartig an

Und es werden immer mehr. Seit 1961 wurden mehr als 560 Zerfallsereignisse im Orbit registriert. Meistens explodierten alte Satelliten oder Raketenstufen. Erst sieben Mal kam es zu direkten Kollisionen zwischen Satelliten – doch genau das könnte sich bald ändern.

Ein dramatisches Beispiel gab es am 10. Februar 2009 über Sibirien. Der amerikanische Kommunikationssatellit "Iridium-33" kollidierte mit einem russischen Militärsatelliten "Kosmos2251". Beide wurden komplett zerstört. Mehr als 2.300 Trümmerteile wurden in Folge detektiert.

Auch militärische Tests verschärfen die Lage. Als China 2007 den alten Wettersatelliten "FengYun-1C" mit einer Rakete abschoss, stieg die Zahl der beobachtbaren Trümmer im All schlagartig um etwa 25 Prozent.

Je mehr Schrott im Orbit kreist, desto größer wird die Kollisionsgefahr. Verdoppelt sich die Anzahl der Objekte, steigt das Risiko sogar auf das Vierfache.

Experten warnen vor einer fatalen Kettenreaktion: Trümmer kollidieren mit Trümmern und erzeugen immer neuen Weltraumschrott. Das sogenannte "Kessler-Syndrom" könnte den Erdorbit zur Todeszone für die künftige Raumfahrt machen.

„Eine selbstverschuldete Kettenreaktion könnte die Menschheit auf der Erde festsetzen.“
ESAüber das Kessler-Syndrom

Die ESA arbeitet deshalb schon jetzt an internationalen Lösungen. Ziel ist es, Satelliten sicherer zu machen und alte Geräte kontrolliert aus dem Orbit zu entfernen. "Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber wir können unser Verhalten im Weltraum für zukünftige Generationen ändern."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.03.2026, 18:26, 05.03.2026, 17:52
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