Am Sonntag hat meteorologisch der Frühling begonnen. Nach Glatteis, Neuschnee, Lawinengefahr und Tauwetter ist das Bedürfnis nach verlässlichen Prognosen besonders groß. Doch hinter der simplen Frage "Wie wird das Wetter?" steckt ein gewaltiger technischer und wissenschaftlicher Aufwand.
Am Montag enthüllt die ORF-Wetterredaktion in einem Blick hinter die Kulissen, wie die Wetterprognosen fürs TV erstellt werden.
Die Grundidee ist eigentlich simpel: Man misst das aktuelle Wetter, füttert diese Daten in komplexe physikalische Gleichungen und berechnet daraus die Entwicklung für die kommenden Stunden und Tage. Entscheidend ist, wie genau der Ist-Zustand erfasst wird. Je präziser die Messungen und je weniger Vereinfachungen in den Modellen, desto treffsicherer die Prognose.
Idealerweise müsste weltweit gleichzeitig gemessen werden – am Boden, über den Ozeanen und in jener Luftschicht, in der sich das Wetter abspielt. Diese reicht je nach Region und Jahreszeit bis zu 16 Kilometer in die Höhe. In Österreich sammelt die staatliche GeoSphere Austria laufend Messdaten von Wetterstationen. Auch Wetterballons liefern wichtige Informationen aus höheren Luftschichten.
Diese Daten werden auf Fehler geprüft und international ausgetauscht. In Europa laufen sie im großen Rechenzentrum des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (besser bekannt unter dem Akronym ECMWF) zusammen. Dort entstehen globale Modelle, die das Wettergeschehen auf dem gesamten Planeten abbilden.
Zusätzlich liefern Flugzeuge, Messbojen auf den Meeren und vor allem Wettersatelliten wertvolle Daten. Gerade Satelliten haben die Prognosequalität in den vergangenen Jahrzehnten massiv verbessert. Mit ihren Sensoren beobachten sie die Erde nahezu lückenlos.
Neben den globalen Modellen betreiben auch nationale Wetterdienste eigene Rechenzentren. Dort werden kleinräumige Modelle berechnet, die regionale Besonderheiten genauer erfassen. Die enorme Rechenleistung moderner Computer sorgt dafür, dass Prognosen heute deutlich genauer sind als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Die Daten werden in vielen Bereichen genutzt: Energieunternehmen benötigen exakte Vorhersagen zu Wind, Sonne und Niederschlag, die Luftfahrt, um sicher und effizient zu fliegen. Und für Meteorologen sind sie die Grundlage ihrer Prognosen. Schließlich will auch jeder Österreicher wissen, ob morgen Sonnenbrille oder Regenschirm angesagt sind.
Früher kamen Wetterinfos fast ausschließlich aus Zeitung, Radio und Fernsehen. Heute liefern Apps und Websites rund um die Uhr Updates aufs eigene Handy – teils mit eigenen Schwächen. Dennoch ist das Interesse an Wetterberichten im ORF ungebrochen. Das kurze Segment nach der ZIB1 zählt nach eigenen Angaben zu den meistgesehenen TV-Sendungen des Landes.
Das Fazit des ORF: "Der Aufwand, der hinter seriösen Wetterprognosen steckt, ist enorm."