Fachleute rechnen im heurigen Jahr mit hohen Pollenkonzentrationen! Hasel und Erle haben einen späten, aber abrupten Start hingelegt, mit der Eschen-Blüte zwischen Mitte und Ende März die nächste Welle.
Auch die Birke beginnt voraussichtlich in der zweiten Märzhälfte zu blühen. "Da auf ein schwächeres Birkenjahr meist ein stärkeres folgt und 2025 unterdurchschnittlich verlief, ist heuer mit einer deutlich höheren Pollenproduktion zu rechnen", hielt Lukas Dirr vom Österreichischen Polleninformationsdienst am Dienstag fest. Der ÖPID misst, analysiert und informiert seit fast 50 Jahren über die aktuelle Pollenbelastung.
Seine Prognose: "Die Belastungen durch die Frühblüher werden in den Niederungen und Tallagen vermutlich noch bis Ende März anhalten, aber bereits in der kommenden Woche deutlich an Intensität verlieren".
Nur weil viele Pollen in der Luft sind, heißt das glücklicherweise nicht automatisch, dass auch gleich stärkere Beschwerden folgen. Entscheidend ist, wie sich die Belastung entwickelt. Steigt sie langsam an, kann sich der Körper besser darauf einstellen.
Allerdings können Luftschadstoffe, wie aktuell der Saharastaub, die Symptome verschärfen. Der Staub reizt die Schleimhäute und macht dich damit noch anfälliger für allergische Reaktionen.
Die Gräser beginnen in Österreich meist Anfang Mai zu blühen. Im Spätsommer können dann Schilfblüten rund um den Neusiedler See und in den Kärntner Seenregionen für Probleme sorgen.
Beifuß erreicht seinen Höhepunkt meist Mitte August. Der Einjährige Beifuß (Artemisia annua) plagt viele sogar noch im Spätherbst. Und das Unkraut Ragweed sorgt von August bis in den Oktober für Belastungen.
"Durch klimatische Veränderungen verschieben sich die Blühzeiten vieler allergieauslösender Pflanzen: Sie beginnen früher, dauern länger und fallen teilweise intensiver aus. Die pollenfreie Zeit schrumpft dadurch zunehmend und umfasst oft nur noch wenige Wochen im Jahr", wird Dirr weiter durch die "Salzburger Nachrichten" zitiert.
Laut der Allergologin und HNO-Ärztin Petra Zieglmayer beginnt die Belastung in Österreich mittlerweile um drei Wochen früher und kann bis in den November anhalten.
Pollen sind die häufigsten Auslöser für allergische Erkrankungen. Viele Betroffene nehmen ihre Beschwerden lange nicht ernst und verzichten auf eine ärztliche Abklärung. Neun von zehn Allergikerinnen und Allergikern sind laut Zieglmayer nicht ausreichend versorgt.
"So kommt es, dass es von den ersten Symptomen bis zum Beginn einer gezielten Therapie bis zu 15 Jahre dauert." Es drohen Asthma und auch wirtschaftliche Folgen durch weniger Leistungsfähigkeit und Krankenstände.
Die vermeidbaren Kosten liegen pro Patient und Jahr bei mehr als 2.400 Euro. Am meisten leiden Kinder und Erwachsene unter allergischem Schnupfen.
Die Beschwerden können die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit stark einschränken. In Österreich ist etwa jede fünfte Person betroffen – das sind eineinhalb bis zwei Millionen Menschen. Sie könnten durch eine gezielte Behandlung, die auf Allergenvermeidung, Medikamente und Immuntherapie setzt, stark profitieren, so Zieglmayer.