Der britische Hedgefonds TCI hat seine langjährige Microsoft-Beteiligung fast vollständig abgestoßen. Von einst zehn Prozent des Portfolios sind nur noch ein Prozent übrig. Zuletzt war der Anteil rund acht Milliarden Dollar wert.
TCI-Gründer Chris Hohn begründet den Schritt in einem Investorenbrief mit der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz: "Wir haben unsere Investition in Microsoft reduziert, weil die rasanten Fortschritte bei KI Unsicherheit über die künftige Wettbewerbsposition des Unternehmens schaffen."
Wie heise.de unter Berufung auf die Financial Times berichtet, sieht Hohn die größte Gefahr für Microsofts Office-Geschäft. KI könnte etablierte Arbeitsabläufe verändern und zur Entstehung neuer Produktivitätsplattformen führen. Auch das Cloud-Geschäft Azure birgt Risiken.
Dahinter steckt eine Sorge, die an der Wall Street unter dem Schlagwort "AI eats Software" diskutiert wird: Wenn künftig KI-Agenten Aufgaben übernehmen, für die Unternehmen bisher Nutzerlizenzen bezahlen, geraten die klassischen Geschäftsmodelle unter Druck.
Der Hedgefonds war seit 2017 bei Microsoft engagiert. In dieser Zeit legte die Aktie um fast 400 Prozent zu. TCI erzielte damit erhebliche Gewinne.
Statt auf Microsoft setzt TCI nun verstärkt auf Google: Der Anteil an der Muttergesellschaft Alphabet wurde von drei auf fünf Prozent erhöht. Alphabet ist damit jetzt die größte Tech-Beteiligung des Fonds, der insgesamt in rund 15 Unternehmen investiert.