Es liest sich wie ein Krimi im Hauptabendprogramm: Ein ehemaliger IT-Guru, der die gesamte Software für die Landes- und Bundekriminalämter in Deutschland gemacht, in höchsten Kreisen verkehrt hat und bei Ministern ein und aus ging, soll aus Hass auf seine Ex im Darknet nach einem Auftragsmörder gesucht haben (es gilt die Unschuldsvermutung).
10.000 Euro soll er bereits (an Betrüger, Anm.) angezahlt haben, damit die Mutter seines Sohnes am 1. Mai 2023 in Niederösterreich überfahren werde. Aber: Anfang März kam ein Tipp von Interpol, im Zuge der Operation Darknet konnten verdeckte Ermittler den 53-Jährigen am 30. April festnehmen.
Der Verdächtige sitzt seither in Wr. Neustadt in U-Haft und bestreitet sämtliche Anschuldigungen. Er habe lediglich so realitätsnah wie möglich Computer spielen wollen.
Auf den renommierten Strafverteidiger Manfred Arbacher-Stöger wartet am 21. November beim Schwurprozess in Neustadt jedenfalls Schwerarbeit. "Bis jetzt zeigt sich der Mandant nicht geständig", so Arbacher-Stöger. Der 53-Jährige habe einen regelrechten Hass auf die Kindsmutter entwickelt, auch den Sohn negativ beeinflusst.
Im Falle einer Verurteilung droht dem Millionär eine lebenslange Haftstrafe.
Übrigens: Anwalt Manfred Arbacher-Stöger, Spezialist für kniffelige und aussichtslose Fälle, vertritt auch am 17. November am Landesgericht Graz einen Wiener (32), der für den Tod der Ex im Darknet bezahlt haben soll. Nur: das FBI las mit, auch hier gilt die Unschuldsvermutung.