Gegen 5:30 Uhr schlugen die Diebe zu. Sie drangen gewaltsam in das Lalique-Museum im elsässischen Wingen-sur-Moder ein und steuerten direkt den Schmucksaal an. Die Beute: rund 20 Schmuckstücke im Wert von mehreren Millionen Euro.
Laut Ermittlern könnte der Schaden bei etwa vier Millionen Euro liegen. Die Täter wussten offenbar genau, wohin sie mussten.
Wie die "Bild" berichtet, sprang zwar eine Alarmanlage an, doch das Sicherheitsunternehmen brauchte Zeit, um die Lage zu überprüfen. Eine Reinigungskraft entdeckte schließlich die Einbruchsspuren und alarmierte die Polizei.
Der Bürgermeister von Wingen-sur-Moder, Christian Dorschner, zeigte sich verärgert: "Die Sicherheitsfirma hat nicht sofort eingegriffen, sie hat nicht die Polizei gerufen."
Die Ermittler werten nun die Aufnahmen der Überwachungskameras aus. Zu Fluchtwegen, Tatwerkzeugen oder möglichen Komplizen machen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. Festnahmen gab es bislang nicht.
Das Museum teilte mit, Opfer eines Einbruchs geworden zu sein. Es bleibe für einige Tage geschlossen, um eine Wiedereröffnung "in Ruhe und in völliger Sicherheit" zu ermöglichen. Alle gestohlenen Stücke wurden vom Museumsteam identifiziert und die Beschreibungen an die Behörden weitergeleitet.
Das 2011 eröffnete Museum ist René Lalique gewidmet – einem bedeutenden Schmuck- und Glaskünstler des Jugendstils und des Art déco, der von 1860 bis 1945 lebte.
Nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre im vergangenen Oktobergalt das Lalique-Museum als "sensibler Ort" und stand unter besonderer Beobachtung. Die Schutzmaßnahmen waren aber offenbar nicht ausreichend.