Mindestgebot: 36 Mio. Euro

Millionen-Deal – Kaserne in Baden soll verkauft werden

Seit 2013 steht die Martinek-Kaserne in Baden leer – zahlreiche Verkaufsversuche scheiterten. 2026 soll sich das ändern, sagt Badens Bürgermeisterin.
Aram Ghadimi
10.02.2026, 16:00
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Aktuelle Entwicklungen in Baden sorgen für Diskussionen rund um die städtebauliche Zukunft der südlich von Wien gelegenen Stadtgemeinde. Das Areal der ehemaligen Martinek-Kaserne ist offiziell auf der Homepage des Bundesministeriums für Landesverteidigung sowie auf Immobilien-Plattformen zum Kauf ausgeschrieben.

"Nach erfolgreichem Abschluss der komplexen Vorarbeiten stehen wir nun am Beginn eines neuen Kapitels der Martinek-Kaserne. Die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Baden hat maßgeblich dazu beigetragen, diesen wichtigen Schritt zu ermöglichen", freut sich ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in einer Aussendung der Stadtgemeinde.

Gleichzeitig heißt es aus der dortigen Pressestelle, dass es nun, "nach vielen Jahren der Vorbereitung und Klärung sämtlicher bürokratischer Hürden" endlich so weit sei: "Die Martinek-Kaserne wird zum Verkauf angeboten." Ein Schritt, auf den man "lange warten musste", der aber bedeutendes Entwicklungspotenzial für Baden eröffne. Der Weg bis zur Ausschreibung sei äußerst komplex und von zahlreichen Abstimmungsprozessen zwischen Bund, Stadt und weiteren Beteiligten geprägt gewesen.

Künftig kein Stillstand mehr

Entsprechend groß sei jetzt die Erleichterung sowohl auf kommunaler als auch auf bundespolitischer Ebene. Neben Bundesministerin Tanner zeigt sich auch Badens ÖVP-Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli erfreut: "Nach einer langen Zeit des Stillstands eröffnet sich jetzt endlich Raum für Entwicklung. Die Martinek-Kaserne ist damit kein Ort der Vergangenheit mehr, sondern Nährboden für Ideen, für Visionen und für Zukunft."

Vorstellen kann sich die ÖVP-Bürgermeisterin, die seit März 2025 die Geschicke der Stadt lenkt, vieles: ein modernes Bildungszentrum ebenso wie Flächen für Kreativwirtschaft, innovative Gesundheitslandschaften, Sport- und Bewegungsangebote oder gar eine kluge Kombination unterschiedlicher Nutzungsarten. Dabei betont sie, dass entscheidend sei, dass "Leben einzieht und eine Entwicklung startet, die auf die hohe Lebensqualität der Stadt einzahlt und einen spürbaren Mehrwert für Baden schafft."

Hotel-Projekte weiter in Planung

Ähnliches verkündete die engagierte ÖVP-Politikerin schon im Frühjahr 2025 im Vorfeld möglicher Hotel-Deals. Nach dem Besuch einer internationalen Investoren-Delegation blieb jedoch vieles unverbindlich. Zwar organisierte man einen "Welterbespaziergang" für Hotelmanager zusammen mit Vertretern der Stadt, doch konkrete Zusagen oder abgeschlossene Deals gab es zunächst keine. Aus dem Rathaus wurde gegenüber "Heute" im vergangenen Oktober eingeräumt, dass "noch nichts in trockenen Tüchern" sei.

Medienberichten zufolge soll Jürgen Hesz, der das Grand Hotel Sauerhof übernahm, nachdem der vormalige Eigentümer in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, im Jänner weiter an Einreichsplänen gearbeitet haben. Zuvor hieß es, er habe die Immobilie nur vorübergehend halten wollen, um sie weiterzuverkaufen, doch eine Einladung der Bürgermeisterin zu einem Besuch der Kurstadt habe alles geändert.

Kaserne steht seit 2013 leer

Wie die "Heute"-Recherche zeigt, gestalten sich die Vorgänge zur weiteren Nutzung der Martinek-Kaserne, die bereits seit 2013 leer steht, noch zäher: 2014 scheiterte ein erster Versuch des Verteidigungsministeriums, die Kaserne zu verkaufen. Der damalige Verkaufspreis: 33,1 Millionen Euro. 2017 unternahm man einen weiteren Anlauf – wieder ohne Erfolg. 2021 starteten Gespräche zwischen dem Ministerium und der Raumordnungsabteilung des Landes NÖ. 2024 gelang es, 3,3 Hektar zu verkaufen.

Heuer, fünf Jahre nach Gesprächsbeginn, steht das verbliebene Areal erneut zum Verkauf – Mindestgebot 36 Millionen Euro.

"Seltene Gelegenheit"

Bürgermeisterin Jeitler-Cincelli lässt sich davon nicht ihre Euphorie schmälern: "Denn dieses Areal ist mehr als eine Fläche – es ist eine seltene Gelegenheit", ist die Stadtchefin überzeugt. Baden verbinde urbane Lebensqualität nahe der Metropole Wien mit einer weitläufigen, zusammenhängenden Entwicklungsflächen: "Daraus ergibt sich ein Potenzial, das außergewöhnlich ist und Investoren viel Raum für große Ideen lässt."

Vision Stadtquartier

Fast prophetisch klingt Jeitler-Cincelli als sie ihre Vision der Zukunft vorstellt. Denn, so ist sich die Unternehmerin, die auch die meistausgezeichnete Werbeagentur Niederösterreichs betreibt, sicher: "Was hier entstehen kann, reicht weit über Einzelprojekte hinaus." Es gehe um "ein neues Stadtquartier, um nachhaltige Impulse für Wirtschaft, Bildung und Gesundheit und um einen Ort, der Identität stiftet."

In der erneuten Ausschreibung der Martinek-Kaserne sieht Jeitler-Cincelli "nicht nur einen formalen Schritt, sondern einen echten Aufbruch. Für Baden. Für Investoren. Und für eine Zukunft, die jetzt gestaltet wird."

{title && {title} } agh, {title && {title} } 10.02.2026, 16:00
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