Millionen Leichen färben beliebten Sandstrand schwarz

Blick auf Wells Beach, rund 55 Kilometer südlich von Portland, Maine.
Blick auf Wells Beach, rund 55 Kilometer südlich von Portland, Maine.Google Street View / Ian Gilbertson
Nach Spaziergängen an einem US-Strand kehrten Menschen mit pechschwarzen Füssen heim. Die Ursache ist gruselig, aber zum Glück unbedenklich.

Das mysteriöse Phänomen könnte direkt einer von Stephen Kings Horror-Geschichten entsprungen sein: Ausgerechnet im Lieblingsbundesstaat des Autors, Maine, hat eine bizarre schwarze Substanz in den letzten Tagen die Füße von Strandbesuchern verfärbt – so sehr, dass die Menschen trotz waschen und schrubben die dunkle Farbe nicht von der Haut wegbrachten.

Erst die Neugier eines langjährigen Anwohners klärte das Rätsel von Wells Beach auf. Wenn auch nur teilweise. 

Ed Smith lebt seit 35 Jahren in der Gegend, den Strand kennt er wie seine Westentasche. Vor einigen Tagen wurde er selbst zum "Opfer" der seltsamen Farbe – etwas, das er noch nie zuvor hier gesehen hatte. Als er hörte, dass auch Nachbarn das Zeug nicht mehr von ihren Füßen bekamen, wurde er stutzig.

Aus Angst vor einer möglichen Verseuchung kontaktierte Smith die lokale Umweltbehörde und schickte dieser Fotos des verfärbten Strandes. Damit weckte er die Neugier des Meeresgeologen Steve Dickson, der selbst auch noch nie ein solches Phänomen in dieser Gegend beobachtet hatte.

Millionen Leichen

Zusammen nahmen die Männer Proben am Strand und analysierten sie unter einem Mikroskop: Die "Substanz" war zum Glück für Menschen und Tiere vollkommen ungefährlich, gruselig ist sie aber allemal.

Es handelt sich dabei um einen riesigen Haufen toter Insekten. Millionen Leichen winziger Meerestierchen waren von der Strömung an den Strand gespült worden, bei Ebbe blieben sie auf dem Sand zurück.

Die Tiere ernährten sich oft von Pflanzen, die Pigmente erhalten. Das erkläre die Farbe. Sorgen, dass der Stoff giftig sein könne, müssten sich die Menschen von Maine nicht machen, sagte er zum "Portland Press Herald". Das Phänomen sollte zudem verschwinden, sobald der Wind drehe, meinte Dickson.

Als Wissenschaftler finde er es allerdings äußert faszinierend: "Man weiß nie, was die Natur das nächste Mal für uns bereithält."

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