Bei Temperaturen um die 35 Grad wurde der Sarg des am 28. Februar bei US-israelischen Angriffen getöteten Ayatollah durch die iranische Hauptstadt gefahren. Auf der offenen Ladefläche eines Lastwagens lag sein schwarzer Turban, der ihn als Nachfahre des Propheten Mohammed ausgewiesen hatte.
Die Menschen entlang der Straße skandierten Parolen gegen die USA und Israel. Auf Plakaten wurde zur Tötung von US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aufgerufen.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, äußerten sich die iranischen Behörden zunächst nicht zur Teilnehmerzahl. Im Vorfeld hatten sie mit bis zu 20 Millionen Teilnehmern bei den tagelangen Trauerfeiern gerechnet. Die Bevölkerung war aufgerufen worden, massenhaft zu erscheinen.
"Alle sprechen von Rache", sagte der 58-jährige Gholamresa Chanbabaei, während er ein Bild von Trump in den Händen trug. "Es muss geschehen, sonst wird es später noch schlimmer." Ein vom Staatsfernsehen verbreitetes Video zeigte eine an einem Galgen hängende Trump-Puppe.
Chameneis Sohn Modschtaba, der zum neuen obersten Führer des Landes ernannt wurde, soll bei dem tödlichen Angriff verletzt worden sein. Er trat seitdem nicht öffentlich auf und zeigte sich auch nicht bei den Trauerfeierlichkeiten.
Am Dienstag soll der Sarg in die schiitische Gelehrtenstadt Ghom gebracht werden, am Mittwoch zu schiitischen Heiligtümern im Nachbarland Irak. Am Donnerstag ist die Beisetzung in Chameneis Heimatstadt Maschhad geplant.
Seit dem 8. April gilt im Iran-Krieg eine brüchige Waffenruhe. Mitte Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Beide Seiten drohen jedoch damit, die Kämpfe jederzeit wieder aufnehmen zu können.