Millionen-Coup mitten im Museum: Nach dem spektakulären Raub eines wertvollen Colliers im Wiener MAK übt nun eine Augenzeugin gegenüber der Tageszeitung "Der Presse" scharfe Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen.
Am Donnerstag stürmten zwei Männer mit Pistole und Hammer in die Ausstellung "Glanzstücke" und schlugen eine Vitrine ein. Ihre Beute: ein Collier im Millionenwert.
Die Augenzeugin war während des Raubs in der Ausstellung. Schon beim Eingang sei ihr aufgefallen, dass ihre Tasche nicht kontrolliert wurde. "Die Mitarbeiter haben bei mir zumindest überhaupt nicht geschaut, was ich mithabe", schilderte sie.
Dann hörte sie minutenlang ein dumpfes Klopfen. Kurz darauf sagte eine andere Besucherin: "Da schlägt jemand eine Vitrine ein." Was sie irritierte: Kein Alarm, kein Personal vor Ort. Auch nach dem Raub sei die zerstörte Vitrine zunächst unbewacht gewesen. Darin hätten sogar noch Ohrringe gelegen.
Das MAK betont hingegen, es seien "höchste Sicherheitsstandards" eingehalten worden. Die Polizei sei sofort verständigt worden. Welche Sicherheits- und Alarmierungsabläufe genau aktiviert wurden, will das Museum wegen der laufenden Ermittlungen nicht offenlegen.
Die Fahndung nach den beiden Tätern läuft weiter. Polizei und Kulturgutfahndung ermitteln national und international. Das Millionen-Collier ist weiterhin verschwunden.