Millionenschwerer Aufputz für Österreichs Kulturerbe

425 historische Gebäude fallen in die Zuständigkeit der Burghauptmannschaft. Um diese zu erhalten, investiert diese bis 2022 115 Millionen Euro.

"Österreich ist der Inbegriff des Kulturlandes", betonte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) heute, Dienstag, bei strahlendem Sonnenschein im Burggarten (City). Gemeinsam mit Burghauptmann Reinhold Sahl und dem stellvertretenden Burghauptmann Markus Wimmer präsentierte sie hier das aktuelle Sanierungsprogramms der Burghauptmannschaft.

Diese ist für den Erhalt und die Verwaltung von bundesweit 102 Liegenschaften und 425 historischer Gebäude zuständig. Um die Bauten auch für kommende Generationen zu erhalten, wurde das Budget für die Jahre 2021 und 2022 erhöht. Insgesamt stehen 115 Millionen Euro bereit, rund Dreiviertel der Mittel fließen in die Sanierung und Modernisierung von Gebäuden in Wien.

Heuer werden 46,5 Millionen investiert

Für heuer stehen für Projekte in ganz Österreich 46,5 Millionen Euro bereit, im kommenden Jahr werden es rund 68 Millionen sein. Dreiviertel der für heuer geplanten Investitionen, also rund 20 Millionen Euro, sind für Sanierungsmaßnahmen der historischen Gebäude vorgesehen, Rund sieben Millionen gehen an Modernisierung und Verbesserung des Brandschutzes und der Barrierefreiheit.

Mit der 2020 im Nationalrat beschlossenen Budgeterhöhung ist es möglich, die - durch die Coroanpandemie - touristenfreie Zeit für dringend nötige Arbeiten zu nützen. "Wir putzen Österreich für die Zeit nach Covid heraus", betonte Schramböck. Daneben leisten die Maßnahmen auch einen wichtigen Beitrag für die österreichische Wirtschaft, wie Schramböck betont: "Die Investitionen in das baukulturelle Erbe der Republik Österreich führen nicht nur dazu, dass architektonische Highlights und Symbole der österreichischen Geschichte, wie etwa die Hofburg, erhalten bleiben, sie sorgen auch für einen volkswirtschaftlichen Gesamteffekt, der Arbeitsplätze sichert und andere Wirtschaftszweige und den Tourismus belebt". 

Hofburg und Museen - das wird heuer in Wien saniert

Neben Projekten in Tirol (etwa dem Wiederaufbau des 2019 abgebrannten Hofgarten Cafés in Innsbruck), der Sanierung des Stabsgebäudes sowie der ehemaligen Wachtürme und Toranlagen in der Gedenkstätte Mauthausen (Oberösterreich) oder der Restaurierung der Prunkstiege in Schloss Orth an der Donau, wird heuer vor allem in Wien erneuert.

So erhält die Hofburg Wien etwa zusätzliche Liftanlagen, jene in der Gottfried-von-Einem-Stiege wird erneuert. Beim Museum für angewandte Kunst wird der Umbau zu einem barrierefreien Eingang fortgesetzt. Daneben saniert die Burghauptmannschaft unter anderem auch die Straßenhauptfassade des Regierungsgebäudes am Stubenring, die historische Fassade des Amalientraktes der Hofburg Wien im Bereich Schauflergasse, die Fassade des Bundeskanzleramtes im Bereich Kreiskygasse sowie die Innenhoffassaden des Kunsthistorischen Museums. Im Palais Modena wird an der Restaurierung der historischen Prunkräume gearbeitet sowie die Gebäudeinfrastruktur modernisiert.

Neue Energieeffizienz im Tiergarten Schönbrunn

Neben der Sanierung und dem Erhalt setzt die Burghauptmannschaft auch auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Etwa durch die Montage von Photovoltaikanlagen oder eine Kraftwärme-Kopplung im Tiergarten Schönbrunn. Im Sinne der Energieeffizienz werden auch die Fenster im Schloss Belvedere (Landstraße), im Technischen Museum (Rudolfsheim-Fünfhaus) sowie im Palais Augarten erneuert. 

Zeitreise in die (nicht) gebaute Geschichte Wiens

Nach der Pressekonferenz lud Markus Wimmer die Journalisten zu einem Rundgang durch den Gipskeller der Burghauptmannschaft ein. Für die Öffentlichkeit ist dieser nicht zugänglich, nur mit Ausnahmen darf man ins Untergeschoss des Leopoldinischen Trakts der Wiener Hofburg.

Rund 2.200 Gipsmodelle werden hier aufbewahrt. Viele davon sind die Originale von Skulpturen, die in Steinform an den Prunkbauten entlang der Ringstraße stehen. Etwa Figuren vom Burgtheater oder dem Kunst- und Naturhistorischen Museums. 

Zudem lagern hier auch Entwürfe und Modelle für Denkmäler, die nicht - oder zumindest nicht in dieser Form gebaut wurden. Etwa ein Entwurf für das Maria-Theresiendenkmal zwischen den Museen oder eine Sissi-Statue. 

Die originalen Gipsmodelle haben nicht nur kunsthistorischen Wert, sie helfen auch, wenn draußen etwas kaputt geht. Bricht etwa einer Statue am Burgtheater ein Arm ab, so kann dieser dank des Modells im Gipskeller exakt rekonstruiert werden. 

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