Teenie vor Geschworenen

"Mini-Nazi" muckte in Jugend-Häf’n auf, kassiert Haft

Ein 16-Jähriger sorgte in der Wiener Justizanstalt Münnichplatz mit widerlichen Hitler-Sprüchen für Entsetzen – jetzt stand er dafür vor Geschworenen.
Christian Tomsits
06.05.2026, 18:15
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Rotblondes Haar, das Gesicht voll mit Pickeln und kaum größer als 1,50 Meter. Dennoch dürfte es ein verhaltensauffälliger Schulabbrecher aus Wien faustdick hinter den Ohren haben. Zuletzt saß er ziemlich sicher öfter hinter Gittern als auf der Schulbank.

Und jetzt schaffte er es im Rekordtempo vor ein Schwurgericht. Der Grund: Er muckte in der Justizanstalt Münnichplatz auf, bewarf laut Anklage einen Beamten mit einem Stock und gab Widerwärtiges über das dritte Reich in einer Theorieeinheit der Karrierewerkstatt wieder.

Gegenüber einer Lehrkraft und sechs Mithäftlingen soll der "Mini-Nazi" grauenhafte Aussagen über Juden getätigt haben und sinngemäß gemeint, Hitler habe das "gut gemacht". Diese Aussagen sorgten nicht nur für Entsetzen, sondern brachten ihn auch vor Geschworene.

Selbst der engagierte Anwalt Florian Höllwarth konnte wenig zur Verteidigung des jungen Mannes vorbringen, sprach von "großen Bildungslücken" seines Mandanten und demonstrierte diese ungewollterweise, als er fragte: "Sind Sie bereit in Zukunft nach Auschwitz, Dachau oder Mauthausen zu reisen, um sich die Verbrechen der Nazis anzuschauen?

Der Bursche reagierte verwirrt mit der Frage: "Wo ist das?" Da Unwissenheit bekanntlich nicht vor Strafe schützt, war das Urteil rasch gefällt: schuldig, sieben Monate unbedingte Haft. Immerhin: vom Widerruf der offenen bedingten Strafen wurde abgesehen.

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