Coronavirus

"Der Mai wird der Entscheidungs-Monat"

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) traten am Dienstag vor die Presse.
Heute Redaktion
13.09.2021, 13:45

Einmal pro Woche wird es eine Pressekonferenz geben, bei der man über die aktuelle Corona-Lage informieren möchte – das hat die Regierung vor Wochen versichert. Am Dienstag war es wieder soweit.

Anschober freute sich zu Beginn, dass man die "erste Phase" perfekt umgesetzt habe. Die Infektionssteigerungen lagen nämlich teilweise bei weit über 50 Prozent pro Tag. Mittlerweile liege man bei ungefähr einem Prozent.

Die "zweite Phase" sei die "schwierigste Herausforderung vor der man steht", so Anschober. Dabei geht es um die langsame Öffnung der Gesellschaft. Als Vorbild nahm man sich Singapur. Dort funktionierten die Lockerungen zunächst sehr gut. Dann schlug die Situation jedoch wieder um und eine zweite Welle bahnte sich an. Aus diesem Grund werde man weiterhin vorsichtig sein. Wichtig bei jedem Schritt: Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel der Mund-Nasen-Schutz.

Lob und Ermahnung an die Bevölkerung

Ab Samstag sind alle Geschäfte wieder offen. Das ist aber "Neuland" in Europa. Man hat kein Vorbild, erklärt Anschober. Deshalb werde man sich tagtäglich die Veränderungen ansehen. Der Gesundheitsminister betont: "Wir sind noch lange nicht durch."

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Eine zweite Welle wäre das schlimmste für die Gesellschaft. Deshalb: "Der Mai ist der entscheidende Monat". Danach könne man abschätzen, wie sich die Lage ändert. Seine Prognose: "Wenn wir das ohne Steigerungen schaffen, dann machen wir einen großen Schritt, um die Phase zwei zu schaffen."

Anschober lobt die Bevölkerung: Menschen setzen auf den Mund-Nasen-Schutz und halten den Sicherheitsabstand. Jedoch merke er, dass manche Menschen langsam müde werden und nachlassen. An diese Personen appelliert er weiter durchzuhalten. Auch Menschen, die das Gefühl haben, dass man die gesundheitliche Krise überstanden habe, würden Anschober Sorgen bereiten. Denn das würde nicht stimmen.

Gebot der Freiwilligkeit

Nehammer erwähnte, dass er spüre, dass der Bedarf nach Eigenverantwortung steigt. Jedoch mahnt er gleichzeitig, denn die Regeln müssen eingehalten werden.

Die Polizei sei ein Partner der Bevölkerung, so Nehammer. Es würden weniger Strafen ausgestellt, weil die Menschen die Maßnahmen mittlerweile verinnerlicht haben. Über die Lockerungen freue er sich dennoch, weil die Polizisten nicht mehr Kontrollore seien.

Sowohl Nehammer als auch Anschober betonen mehrmals, dass eine mögliche App auf Freiwilligkeit basiere. Der Gesundheitsminister meint, dass man sich oft nicht erinnern könne, was man vor drei Tagen gemacht habe und mit wem. Eine App sei eine digitale Ergänzung. Eine Art "digitales Kontakttagebuch".