Minister emotional

"Habe Timmy in die Augen geschaut, sah Lebenswillen"

Till Backhaus verteidigt die gescheiterte Rettung des gestrandeten Buckelwals. Der SPD-Politiker habe dem Tier "in die Augen geschaut".
Newsdesk Heute
24.05.2026, 07:42
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Der Buckelwal "Timmy" ist nach wochenlanger Rettungsaktion in der Ostsee gestorben. Vor einigen Tagen wurde der Kadaver des toten Wals vor der dänischen Insel Anholt angeschwemmt. Die Identifizierung des Kadavers erfolgte über das Muster auf der Schwanzflosse des Tieres.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte die schlussendlich gescheiterte Rettungsaktion geduldet . Er verteidigt nun sein umstrittenes Vorgehen: Während der Wal in den Medien als "Timmy" bekannt wurde, nannte ihn der Politiker "Hope" – Hoffnung.

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Wie der "Stern" berichtet, erklärte Backhaus: "Tiere haben für mich eine Bedeutung. Man sollte ihnen helfen, wenn man ihnen helfen kann. Er sollte seine Chance bekommen."

"Ich habe seinen Lebenswillen erkannt"

Der Minister betonte, er habe dem Tier "mehrfach in die Augen geschaut" und seinen "Lebenswillen und Lebensmut erkannt". Der Wal sei ein "Jüngling" gewesen, der sich verirrt habe. "Er hatte sein Leben noch vor sich."

Nach dem Tod des Wals sei Backhaus "sehr traurig" gewesen. Kritik, wonach das Tier bei der Rettungsaktion geschädigt worden sei, wies er zurück: "In unserem Hoheitsgebiet sind dem Tier keinerlei Schäden zugefügt worden."

Wie n-tv.de berichtet, war der Minister in die Kritik geraten, nachdem er den Rettungsversuch einer privaten Initiative geduldet hatte. Mehrere Wissenschaftler hatten davor gewarnt – auch jene Gutachter, die Backhaus selbst beauftragt hatte.

Backhaus verteidigte sein Vorgehen: Die Gutachter hätten den Wal letztmalig vor Ostern gesehen, danach habe sich die Lage geändert. "Die Wissenschaft kann sich im Übrigen auch irren. So wurde gesagt, der Wal könnte in fünf Tagen sterben, vielleicht auch in 21. Aber hat er nicht viel länger gelebt?", fragte er.

Zugleich betonte Backhaus, dass die Geschichte des Wals noch nicht zu Ende geschrieben sei. "Es wird zu untersuchen sein, welche Strapazen dieser Wal insgesamt absolvierte", so der Minister. Er verwies auch auf andere Bundesländer: "Gucken Sie mal nach Schleswig-Holstein. Wer von der Regierung war denn da wie oft vor Ort? Wir als Landesregierung haben uns gekümmert."

Die Rettungsversuche für den Buckelwal waren von Anfang an umstritten. Wochenlang hatten Millionen Menschen das Schicksal des Meeresriesen verfolgt und auf seine Rückkehr in den Ozean gehofft.

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