Ministerin schickt Schulen jetzt "Flüchtlings-Guide"

Bild: Helmut Graf
Wenn im Herbst die Schule beginnt, werden in den Klassen rund 5.000 zusätzliche Flüchtlingskinder sitzen. Das Bildungsministerium schickt eine Anleitung aus, wie mit ihnen umzugehen sei. Für die Lehrer eine zynische Maßnahme, fehlte doch dringend Personal.

Das 16-seitige Papier - am Ende des Artikels können Sie es downloaden - erreicht derzeit die Landesschulräte. Ministerin Heinisch-Hosek (SP) rät darin vor allem Schulen in der Nähe von großen Asylquartieren, rasch Lösungen zu finden. Dabei geht es um zusätz

liche Sprachlehrer – besonders für Arabisch, Farsi, Tschetschenisch, Kurdisch und Somali. Um psychologische Beratung für traumatisierte Kinder.

Und um Hilfestellungen für soziale Leistungen wie die Schulbuchaktion und Schülerfreifahrt, die auch Asylwerbern zustehen. Insider erwarten rund 5.000 Flüchtlingskinder in Volks- und Hauptschulen (AHS sind von der Aufnahmepflicht ausgenommen).

Für sie gilt die Schulpflicht genauso wie für österreichische Kinder bis zum Alter von 15 Jahren (derzeit sind das exakt 568.157 Schüler).

Gewerkschafter: Syrische Lehrer sollen Unterricht unterstützen

Lehrergewerkschafter Paul Kimberger beklagt auf Ö1, dass nicht schon vor Monaten unter den syrischen Flüchtlingen nach Lehrern Ausschau gehalten worden ist. Als vor Jahren wegen des Kriegs im damaligen Jugoslawien Flüchtlinge in Massen nach Österreich kamen, unterstützten Lehrer aus der Region das österreichische Lehrpersonal.

Das wäre auch nun wieder nötig, so Kimberger. Eine Broschüre allein würde nicht viel helfen. Und auch das psychologische Personal gehöre dringend aufgestockt, um den traumatisierten Kindern Hilfe bieten zu können.

Brandsteidl begrüßt Info-Broschüre

"Das Rundschreiben des Unterrichtsministeriums zum Thema Flüchtlingskinder und -jugendliche an Österreichs Schulen ist eine wichtige Information und ergänzt stimmig die schon vor mehreren Wochen vom Wiener Stadtschulrat vorgestellten Maßnahmen zur schulischen Betreuung schulpflichtiger Flüchtlingskinder ("Neu-in-Wien-Kurse" etc.)", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl am Mittwoch fest.

Hier der vorläufige Bericht zum Download:

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