Ministeriums-Umfrage verstört Lehrer

Unter Lehrern kursiert derzeit eine Umfrage über das soziale, kulturelle und religiöse Klima an Schulen. Das Bildungsministerium hofft auf Daten über kulturelle Konflikte.
"Wie oft haben SchülerInnen aus religiösen Gründen gefastet, den Musikunterricht abgelehnt oder den Sexualkundeunterricht verweigert?" "Wie wichtig ist es, dass die SchülerInnen auch außerhalb des Unterrichts Deutsch sprechen?" Fragen wie diese sollen Österreichs Lehrer derzeit beantworten – und wundern sich darüber.

Fakt ist: Den Fragebogen hat das Bildungsministerium an alle Direktoren geschickt. Er ist Teil einer wissenschaftlichen Studie des Integrationsexperten Kenan Güngör zum Thema "Soziales Klima und Integration". Ziel laut Ministerium: "erstmals eine solide Grundlage zur Abschätzung der Kulturkonflikte an Österreichs Schulen" zu finden. Man wolle erfahren, wie das Zusammenwirken von Schülern, Eltern und Lehrern an den Schulen funktioniere. Mit entsprechenden Maßnahmen will man dann die Lehrer in ihrer Tätigkeit unterstützen.

Wenig Freude mit der Umfrage hat die SPÖ: "Sie überschreitet Grenzen und ist höchst bedenklich", sagt etwa der Kärntner Bildungssprecher Martin Sandrieser. "In der Umfrage finden sich nämlich auch Fragen, die der Aufforderung zu Spitzel- und Denunziantentum innerhalb der Schulen gleichen." Für besonders bedenklich hält er die Fragen nach dem Privatleben der Schüler.

CommentCreated with Sketch.23 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Das Büro von Minister Faßmann (VP) weist die Vorwürfe zurück: Die Ergebnisse ließen "keinerlei Rückschlüsse auf einzelne Schulen, Klassen und Personen" zu. Personenbezogene Daten würden durch den Auftragnehmer – also Güngörs Forschungsbüro "think.difference" – unmittelbar nach Abschluss des Projekts gelöscht. (R. Zwickelsdorfer)

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