Minus 28 Grad! Langläufer erleiden schwere Erfrierungen

Läufer Andreas Nygaard mit seinen Verletzungen.
Läufer Andreas Nygaard mit seinen Verletzungen.Instagram
Beim Langlauf-Rennen "La Diagonela" im Schweizer Engadin kämpften die Teilnehmer mit eisigen Temperaturen von minus 28 Grad. 

Am vergangenen Wochenende hatten sich die Langläufer über 65 Kilometer durchs eisige Engadin gekämpft. Das Thermometer hatte bitterkalte minus 28 Grad angezeigt. Einige haben nun mit den Folgen des Rennens zu kämpfen. 

So fürchtet Teilnehmer Michael Eklöf um seinen Zeh. Der Langläufer hat sich beim Rennen derart schwere Erfrierungen zugezogen, dass die Ärzte noch nicht sagen können, ob sie seinen Zeh retten können. Beim schwedischen Sportler sei aufgrund der Kälte Gewebe an den Füßen abgestorben. "Es tut schrecklich weh. Ich kann nicht einmal meine Schuhe anziehen, ich liege einfach zu Hause", so Eklöf zum norwegischen TV-Sender "NRK". 

Kein Gefühl in den Händen

Eklöf ist nicht der einzige, der mit den Folgen des Ski-Marathons zu kämpfen hat. Auch sein deutscher Mitstreiter Patrick Ottilinger bangt um zwei Finger. Den Ski-Marathon hatte er auf halber Strecke beendet, aber nicht etwa wegen Schmerzen in den Fingern. Ottilinger hatte gar kein Gefühl mehr in seinen Händen. 

"Als ich mit einer Hand die andere berührte, wurde mir klar, dass sie wie Stein war. Als würde man Kopfsteinpflaster berühren. Und die Hand war komplett weiß", schilderte er. Die schwedische Langläuferin Britta Norgren hat sich Erfrierungen an den Füßen zugezogen. Und der Norweger Andreas Nygaard musste gar operiert werden.

Kritik an Veranstaltern

Patrick Ottilinger zieht die Veranstalter des Rennens zur Verantwortung: "Wir brauchen in solchen Situationen die Hilfe der Organisatoren." Einige der Teilnehmer plädierten dafür, dass das Rennen nicht hätte stattfinden dürfen. Auch Eklöf unterstützt dies: "Als Sportler will man konkurrieren, darum braucht es in solchen Momenten Organisatoren, die uns bremsen." 

Nygaard hingegen findet nicht, dass die Organisatoren schuld sind. So gab er zu, dass er sich seine Verletzungen selbstverschuldet zugezogen habe, wie er gegenüber der "Engadiner Post" sagte. 

Kein Abbruch

Gemäß den Regeln müsse das Rennen ab einer Temperatur von weniger als minus 25 Grad auf dem größten Teil der Strecke abgesagt oder verschoben werden. Am Tag des Rennens sei an drei Stellen Temperatur gemessen worden. Die Messungen ergaben Werte von minus 22, minus 17 und minus 13 Grad. Während des Ski-Marathons sei die Temperatur dann aber auf minus 28 Grad gestürzt, wie der norwegische Sender berichtet.

Die Renn-Jury habe die Teilnehmer Berichten zufolge gewarnt und ihnen erlaubt, zusätzliche Überziehkleidung anzuziehen. Man habe die Langläufer angehalten, sich mit allen Mitteln gegen die Kälte zu schützen.

(20min.ch)

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