Die Nacht auf Donnerstag war die kälteste seit dem Jahr 2012: In Liebenau-Gugu (OÖ), direkt an der Grenze zum Waldviertel, zeigte das Thermometer exakt minus 27,9 Grad an. In Schwarzau im Freiwald (Bezirk Gmünd, NÖ) waren es minus 25,9 Grad. Den dritten Platz schnappte sich der Brunnenkogel in Tirol mit minus 22,8 Grad.
Hinter den extrem niedrigen Temperaturen steckt aber nicht der Zufall. Es handelt sich um ein besonderes Wetterphänomen aus dem Waldviertel – wie auch der "ORF NÖ" berichtet.
Wenn Nächte windstill und sternklar sind, bilden sich sogenannte Kaltluftseen in den Senken des Freiwalds. Dort sinkt die kalte Luft in die Nähe des Bodens ab. Dann entstehen solche Tiefsttemperaturen. In diesen Kaltluftseen kann das Thermometer bei passenden Bedingungen sogar bis zu minus 30 Grad anzeigen.
Das Ganze spielt sich aber auf engstem Raum ab. Am Rand der Senken kann es schon wieder um über 15 Grad wärmer sein. Die Messstation in Weitra (Bezirk Gmünd, NÖ) ist davon beispielsweise betroffen. Die Gemeinde ist auf einem Hügel. Dadurch ist es dort deutlich wärmer als in den umliegenden Senken.
Das Phänomen Kaltluftsee besteht allerdings nur für wenige Nachtstunden. Sobald das Tageslicht dafür sorgt, dass die Luft wärmer wird, gehen diese Kaltluftseen rasch wieder weg. Wind oder kommender Nebel – er reflektiert die Temperatur – können ebenfalls störend für sie sein. Innerhalb von Minuten kann das Thermometer dann wieder steigen.
Die Belastung durch die Kälte bleibe, laut GeoSphere Austria am Donnerstag, aber noch ein wenig bestehen, so "ORF NÖ". Zusätzlich wird vor höherer Unfallgefahr durch Glatteis aufgrund von gefrierendem Regen gewarnt. Das kann zu lokalen Problemen im Straßenverkehr und auch auf Geh- und Radwegen führen – das betreffe insbesondere die frühen Tagesstunden.