Wien

Missbrauchs-Verdacht gegen Lehrer: Mittäter möglich

Der Missbrauchs-Skandal an einer Wiener Schule zieht immer weitere Kreise. Der Pädagoge dürfte nicht allein gehandelt haben, kam nun ans Licht.
Thomas Peterthalner
27.09.2022, 15:37
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Ein mittlerweile verstorbener Sportlehrer soll sich in den Jahren 2004 bis 2019 in einer NMS in Wien-Leopoldstadt an seinen Schützlingen vergangen haben. Mittlerweile gibt es laut Männerberatung schon rund 40 Betroffene – wir berichteten. Laut einer Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwaltschaft Wien könnte es zumindest zwei Mittäter geben, berichtet nun wien.orf.at. Das gehe aus einer Anzeige hervor.

Verdacht schon seit 1990

Auch ist es möglich, dass es schon in den 1990er Jahren zu Übergriffen gekommen ist. Der Lehrer war seit 1990 in einem Ferienhort am Wolfgangsee in der Kinder- und Jugendbetreuung aktiv. Verbindungen des Verdächtigen zu Wiener Sportvereinen wurden ebenfalls aufgezeigt. Laut Zeugen und Betroffenen soll es in mehreren Bundesländern zu Missbrauchsfällen gekommen sein.

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Schulwartwohnung umfunktioniert

Der Lehrer kam 1996 in die Schule in Wien-Leopoldstadt. Dort soll er eine ehemalige Schulwartwohnung im Erdgeschoss umfunktioniert haben. Laut ehemaligen Schülern wurden die Vorwürfe von der Schulleitung ignoriert, Hinweisen sei nicht nachgegangen worden. Der Lehrer beging im Jahr 2019 Selbstmord, zuvor wurde bei einer Hausdurchsuchung Beweismaterial sichergestellt.

Briefe an ehemalige Schüler

Die Wiener Bildungsdirektion ist um Aufklärung bemüht, schickte tausend Briefe an ehemalige Schüler und das Lehrpersonal. Darin werden Opfer aufgefordert, sich zu melden. Ihnen wird psychologische Hilfe angeboten. Zeitgleich läuft ein Dienstrechtsverfahren. Dabei soll geklärt werden, ob Direktion und Schulaufsicht ihre Dienstpflicht verletzt haben.

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