"3...2...1". Alle Augen sind auf die mobile Hagelbeschussanlage gerichtet. Dann macht es einen kurzen und lauten Knall (siehe Video). Danach ein Blick auf den Radhelm: Ein großer Teil des Helms ist durch den Einschlag des Hagelkorns weggebrochen.
Schließlich wird ein großes Hagelkorn (Durchmesser 6 cm) mit einer Geschwindigkeit von 117 km/h bei dieser Hagelsimulation auf den Helm geschossen. Zur Erinnerung: 2021 gab es im Innviertel und Raum Grieskirchen Einschläge von Hagelkörnern mit einem Durchmesser von sechs Zentimeter, die mit knapp 120 km/h auf den Boden prasselten.
Anhand dieser Simulation wurde die Situation von damals nachgestellt und die Gefahr von Hageleinschlägen live gezeigt.
Bei der Vorführung im Linzer Design Center am Donnerstag wurden die Folgen des Hageleinschlags mit einer mobilen Hagelbeschussanlage demonstriert. Jene Hagelbeschussanlage wurde von der Linzer Firma IBS (Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung) entwickelt und vom vorführenden Mitarbeiter als eine Mischung aus "Brachialgewalt und Feinmotorik" bezeichnet.
Der bei dieser Veranstaltung per Video zugeschaltete Meteorologe Andreas Jäger rechnet mit folgendem Hagel-Szenario für Österreich: Im Frühling und Herbst werden Hagelunwetter zunehmen, während es im Hochsommer, also Juli und August, zu einer Abnahme komme, da es den Gewittern aufgrund trockener Sommer an Treibstoff fehlt.
Überprüfung der Hagelgefährdung (www.zamg.ac.at oder www.hora.gv.at und Wetter-Apps)
Verwendung von hagelresistenten Baumaterialien
Individuelle Schutzmaßnahmen (zum Beispiel www.elementarschaden.at)
Meteorologe Andreas Jäger über die Entstehung von Hagel:
"Die Luft ist durch die Klimaerwärmung speziell im Sommer wärmer als früher und kann mehr Wasser aufnehmen. Pro Grad Erwärmung verdunsten 7 Prozent mehr Wasserdampf in die Luft. Mehr Wasserdampf in der Luft bedeutet aber auch mehr Treibstoff für Gewitter. Sobald Wassermoleküle zu Tröpfchen kondensieren, wird Wärme frei, Warmluftblasen steigen in die Höhe und bauen den Gewitterturm auf. In Gewittertürmen entstehen so Aufwinde mit Vertikalgeschwindigkeiten von weit über 100 km/h. Sie machen Hagel erst möglich, da ein Hagelkorn nur so lange wachsen kann, solange es vom Aufwind getragen wird. Dabei frieren Wassertropfen Schicht für Schicht ans Hagelkorn an und lassen es wachsen."
Außerdem wurde im Rahmen dieser Veranstaltung auf die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen vor einem Hagelunwetter hingewiesen. So wiesen anwesende Vertreter von Oberösterreichische Versicherung, Brandverhütungsstelle OÖ, Dachkeramikhersteller Erlus sowie Meteorologe Jäger auf folgende effiziente Möglichkeiten hin: