36 Wanderer und plötzlich kein Weiterkommen mehr: Eine internationale Gruppe sorgte am Sonntagnachmittag in Sölden für einen größeren Bergrettungseinsatz. Familien aus Österreich, den USA, Belgien und Großbritannien waren am Sonnberg unterwegs – darunter mehrere Babys und Kleinkinder.
Die Gruppe war vom Bereich des "Wildes Mannle"-Lifts in Vent auf rund 2325 Metern Seehöhe talauswärts unterwegs. Der breite Wanderweg war sogar mit Kinderwagen gut begehbar. Doch nach etwa der Hälfte der Strecke verließen die Wanderer den markierten Weg.
Warum, ist allerdings bis jetzt noch unklar. Die Gruppe wollte über ein trockenes Bachbett weiter absteigen. Doch das Gelände wurde zunehmend steiler und schwieriger. Mit Kinderwagen und Babys wurde die Situation schließlich besonders heikel.
"Ein kleiner Bub hat sich am Fels festgehalten", schildert Franz Josef Fiegl, Ortsstellenleiter der Bergrettung Sölden in der "Tiroler Tageszeitung".
Gegen 17.15 Uhr setzten zwei Personen schließlich einen Notruf ab. Rund ein Dutzend Bergretter machte sich auf den Weg zu den Familien. Zusätzlich kamen zwei Rettungshubschrauber zum Einsatz.
14 Personen wurden mit dem Tau aus dem Gelände geborgen. Die übrigen Mitglieder der Gruppe konnten von den Bergrettern zu Fuß sicher ins Tal begleitet werden.
Verletzt wurde niemand. "Den Betroffenen war die Lage schon bewusst, sie haben sich sehr für unseren Einsatz bedankt", sagt Fiegl erleichtert. Ob der Ausflug für die Wanderer noch rechtliche Folgen hat, ist derzeit offen. Die Polizei Sölden prüft den Fall noch.