Mitterlehner lässt Comeback offen

Den Inhalt hatte man schon vorab durchsickern lassen. Trotzdem zelebrierte Ex-Vizekanzler Mitterlehner gestern die Präsentation seines Buchs "Haltung" – und legte gegen die "neue" VP noch nach.

"Es ist eine Klarstellung, keine Abrechnung": So beschreibt zumindest Reinhold Mitterlehner sein neues Buch, "Haltung", das er gestern in Wien präsentierte.

Heftige Kritik

Immerhin befasse sich das Buch ja auch mit vielen Themen, die mit der Machtübernahme in der VP nichts zu tun hätten, betonte der ehemalige Vizekanzler. Das hinderte ihn aber nicht daran, bei der Präsentation fast 60 Minuten lang heftige Kritik an der neuen Volkspartei zu üben – und das, ohne den Namen seines Nachfolgers Sebastian Kurz auch nur ein einziges Mal in den Mund zu nehmen.

Der wohl stärkste Vorwurf: Österreich entwickle sich unter Kurz hin zu einer "autoritären Demokratie". Anzeichen dafür

sieht Mitterlehner auch im Erstarken des Rechtspopulismus, den Türkis-Blau durch eine bewusste "Verrohung der Sprache" fördern würde.

Polit-Comeback

Die Übernahme des Parteivorsitzes durch Kurz kommentierte er süffisant: "Russische Revolutionäre wären vor Neid erblasst." Auch der Umgang der Regierung mit dem "aufgebauschten" Thema Migration stößt auf Kritik:

Innenminister Kickl hätte für die Umbenennung der Asyl-Erstaufnahmezentren in "Ausreisezentren" in "meiner Zeit zurücktreten müssen", behauptet Mitterlehner.

Auf ein mögliches Polit-Comeback angesprochen, antwortete er knapp: "Schau ma mal. Aber jetzt habe ich keine Neigung dazu." Eine Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2022 schließt er jedenfalls nicht aus.

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitikRechtsextremismusÖVPSebastian Kurz

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