Der frühere ÖVP-Chef und Vizekanzlers Wilhelm Molterer vermittelte dem Landesligaverein SV Sierning Sponsoring der Telekom. Als Beweis, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war, wurde ein Foto vorgelegt, auf dem man die Telekom-Werbung am Fußballplatz sah. Blöd nur: Ein Experte glaubt, dass die Werbung nachträglich hinzugefügt wurde. Auf dem Original-Foto wirbt nämlich jemand anderer.
"News" berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der Sachverständige Matthias Kopetzky in seinem Gutachten Zweifel an der Echtheit von Fotos hegt. Der Fußballverein SV Sierning hatte das Bild zum Beweis dafür vorgelegt hatte, dass die Telekom tatsächlich eine Gegenleistung für ihr Sponsoring erhielt.
Telekom-Logo stärker verpixelt als andere Werbungen
Dem Sachverständigen fiel auf, dass just das Bandenlogo der Telekom auf den vom Fußballverein vorgelegten Fotos stärker auspixelt war als die Logos der angrenzenden Bandenwerbung einer Baufirma und eines Kaffeehauses. Er suchte daher nach Fotos in Zeitungsberichten auf denen im Hintergrund die Bandenwerbungen zu sehen sind.
Auf Original-Foto warb Tankstelle
Der Sachverständige wurde auch fündig. Allerdings: Zur Überraschung fand sich zwischen der Bandenwerbungen der Baufirma und des Kaffeehauses keine Telekom-Bandenwerbung, sondern die einer örtlichen Tankstelle. Das Fazit des Sachverständigen: "Im Lichte der im Befund dargestellten Fotos können wir nicht ausschließen, dass das vorgelegte Foto von der Bandenwerbung der Telekom digital nachbearbeitet wurde und somit die ersichtliche Bandenwerbung der Telekom Austria erst hineinretuschiert wurde."
Auch ÖVP-Klubchef Kopfs Fußballverein bekam Geld
Der Sachverständige weist in seinem Gutachten zudem darauf hin, dass aus sichergestellten Emails des früheren Telekom-Managers, ÖVP-Direktors und späteren Mediaselect-Geschäftsführers Michael Fischer hervorgeht, dass auch der SCR Altach, bei dem ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf Aufsichtsratsvorsitzender sei, Geld von der Telekom bekommen habe.