Influencerin springt in Giftsee: "Das war's wert!"

Um ein schönes Bild auf Instagram zu teilen, gehen einige sehr weit. In Spanien springen sie sogar in einen toxischen See.
Der Monte Neme in der spanischen Provinz Galicien ist zu einem Hotspot für Instagrammer geworden. Ein kleiner See lockt Besucher mit seinem türkisfarbenen Wasser. Doch die Farbe ist nicht auf natürliche Weise entstanden, sondern weil es direkt daneben eine alte Wolfram-Mine gibt.

Dies verschafft den Instagrammern zwar Likes, doch ein Sprung ins Wasser ist eindeutig gesundheitsgefährdend. So mussten bereits mehrere Personen wegen Hautirritationen und auch Problemen mit der Verdauung ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem sie Wasser geschluckt hatten, so Publico.es.

Gesundheitliche Konsequenzen

So hatte die Influencerin Uxía aus Compostela zwei Wochen lang mit einer allergischen Reaktion zu kämpfen. Dennoch sagte sie zum spanischen Radiosender Cadena Cope: "Mir war ein wenig schlecht, ja, aber das Foto hat sich gelohnt."

CommentCreated with Sketch.6 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ein anderer Instagrammer erklärte, dass er im See badete, weil es "sehr schön war" und es keine Anzeichen dafür gegeben habe, dass das Baden verboten sei. Das Ergebnis: Übelkeit und Hautausschlag. Trotz eines Besuchs beim Arzt ging es zwei Wochen, bis wieder alles gut war. Ein Kommentar unter dem Bild lautete: "Gratuliere zum Bad in den hochgiftigen Abfällen der Wolframmine. Darwin wäre sicherlich stolz auf dich."

Russisches Pendant

Auch in Russland gibt es einen giftigen See, der Instagrammer anlockt. Auf den ersten Blick sieht der kleine See in Nowosibirsk im Süden Russlands wunderschön aus. Umgeben von Grün schimmert das Wasser türkis. Der Ort hat deshalb auch den Namen "Malediven von Nowosibirsk" erhalten – und ist bei Instagram-Nutzern beliebt.



Hunderte haben den See in den letzten Wochen besucht, um dort Fotos zu machen. Einige von ihnen paddelten gar übers Wasser. Doch das sollte man besser bleiben lassen. Denn für die Farbe sorgen nicht wie in den Malediven weißer Sand und Plankton, sondern "giftige Nebenprodukte" eines Kohlekraftwerks.

(swe/20 Minuten)

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