Vor etwas mehr als zwei Jahren sorgte der Papst mit seiner Aussage, die Nutzung von Kondomen würde das Aids-Problem nur verschlimmern, für Aufruhr. Bei seinem Besuch in Benin äußerte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche nun wieder zur tödlichen Immunschwächeerkrankung: Anstatt auf Medizin im Kampf gegen die Krankheit zu setzen, appelliert Benedikt XVI. an die Moral der Menschen.
Am Samstag unterzeichnete der Papst im Rahmen seines Benin-Besuchs das Abschlussdokument der vatikanischen Bischofssynode zu Afrika. Darin heißt es unter anderem, die Immunschwächekrankheit Aids sei "in erster Linie ein ethisches Problem. Auf die Krankheit müssten zwar auch "medizinische und pharmazeutische Antworten gefunden werden. "Das ist aber nicht genug. Das Problem liegt tiefer. Im Kampf gegen Aids seien etwa sexuelle Enthaltsamkeit und Treue in der Ehe vorrangig.
In Afrika leben rund 70 Prozent aller weltweit mit HIV infizierten Menschen und gut 15 Prozent aller knapp 1,2 Milliarden Katholiken. Bei seiner ersten Afrikareise im März 2009, bei der er das zentralafrikanische Kamerum und Angola im Südwesten des Kontinents besuchte, hatte er mit seinem Kondom-Sager für Empörung gesorgt.