Andrea Pirlo ist eine Fußball-Legende. Der 47-Jährige holte 2006 mit Italien den WM-Titel, eroberte mit AC Milan zwei Mal die Champions League, gewann mit den Mailändern und Juventus Turin insgesamt sechs Mal die Serie A.
Pirlo genießt Kultstatus, gilt als Fußball-Romantiker, hört auf den Spitznamen "l’architetto" (der Architekt"). Doch sein Image ist angekratzt. Grund: Der Ex-Kicker nahm eine Einladung nach Moskau an.
Pirlo und sein ehemaliger Kollege Marco Materazzi besuchten in Moskau das Cup-Finale zwischen Spartak Moskau und Krasnodar. Davor gaben sie zusammen mit lokalen Stars Autogrammstunden, nahmen an einem Freundschaftsspiel, Kinderaktivitäten und Fototerminen mit russischen Fußballern teil. Einer davon: Artem Dzyuba. Der 37-Jährige gilt als großer Unterstützer von Russlands Präsidenten Wladimir Putin, stellt sich öffentlich hinter den Machthaber.
Entsprechend groß fällt die Kritik an der Pirlo/Materazzi-Reise aus. "Heute fand einer der größten russischen Angriffe statt, bei dem 600 Drohnen und 90 Raketen auf die Ukraine abgefeuert wurden", schreibt etwa der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytch, der wegen seines Olympia-Ausschlusses Berühmtheit erlangte.
Der Sportler weiter: "Ebenfalls heute wurde die italienische Fußballlegende Andrea Pirlo in Moskau neben dem russischen Fußballer Dzyuba gesehen, der die Kreml-Politik und die Tötung von Ukrainern offen unterstützt. Es ist traurig zu sehen, wie aus Kindheitshelden ein moralischer Bankrott entsteht, für den nichts wertvoller ist als russische Rubel."