Dieser Fall bewegte das Land lange Zeit. Jetzt, mehr als 21 Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Daniela Kammerer, gibt es neue Entwicklungen im noch immer ungeklärten Mordfall. Ein früherer Studienkollege der damals 19-Jährigen muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.
Die Verteidigung des heute 42-Jährigen hatte Einspruch gegen die Anklage erhoben. Das Oberlandesgericht Innsbruck wies diesen nun ab berichtet der ORF-Tirol. Laut Sprecherin Claudia Hagen ging das Gericht von einer "Verurteilungswahrscheinlichkeit" aus. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.
Am 23. Juni 2005 wurde die aus Niederösterreich stammende Studentin nach einer Studenten-Party getötet. Daniela starb durch zwei wuchtige Messerstiche in Brust und Rücken.
Ein Pensionist fand ihre blutüberströmte Leiche vor einer Telefonzelle im Innsbrucker Rapoldipark (siehe Foto oben). Zwei Tage später hätte Daniela ihren 20. Geburtstag gefeiert.
Der nun Angeklagte, der seit langem in Australien lebt, war bereits 2013 festgenommen worden. Damals stützte sich der Verdacht unter anderem auf DNA-Spuren. Nach sieben Wochen kam der Mann frei, 2014 wurde das Verfahren eingestellt.
Nun steht eine nur wenig angerauchte Zigarette im Mittelpunkt. Auf dem Filter wurde eine DNA-Spur des Angeklagten gefunden. Die Zigarette lag in der Telefonzelle. Laut Staatsanwaltschaft habe sich diese neue Fährte aufgrund weiterentwickelter Untersuchungsmethoden ergeben. Der Tatverdacht habe sich "wieder erhärtet".
Der 42-Jährige bestreitet die Tat weiterhin vehement. Sein Anwalt Mathias Kapferer erklärte, es gebe "zahlreiche Beweise", dass das Geschehen "eben nicht so war", wie es die Staatsanwaltschaft annehme.
Die Verteidigung stellt auch die Bedeutung des Zigarettenstummels infrage und verweist auf ein Privatgutachten. Zudem kritisiert Kapferer die damalige Tatortarbeit und Ermittlungen. Ein Motiv seines Mandanten habe es nicht gegeben.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten wird der Mordfall Daniela Kammerer nun vor Gericht verhandelt.