Der Direktor des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Generalmajor Kyrylo Budanow, hat die Beteiligung seines Landes an der Tötung von Vertretern Russlands eingeräumt. Das seltene Eingeständnis machte er in einem Interview eines ukrainischen Journalisten, das am Dienstag bei YouTube veröffentlicht wurde. Auf eine Frage zum Tod "russischer Propagandisten" antwortete er: "Wir haben schon eine Menge Leute erwischt." Budanow lehnte es ab, weitere Details zu nennen.
Im russisch besetzten Süden der Ukraine hat indes nach ukrainischen Angaben eine Übung zur Räumung des Atomkraftwerk Saporischschja begonnen. Es seien zusätzliche Militäreinheiten auf das Kraftwerksgelände geschickt worden, sagte ein Vertreter des ukrainischen Kraftwerksbetreibers Enerhoatom der Nachrichtenagentur AP am Dienstag. Die Anlage werde weiter vermint.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa und wurde zu Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine von russischen Truppen besetzt. Vor dem Krieg arbeiteten dort etwa 11.000 Menschen. Derzeit sind nach Enerhoatom-Angaben noch 3.100 Angestellte mit ihren Familien in der Anlage. Weitere etwa 2.900 arbeiten in der nahe gelegenen Stadt Enerhodar.
Die russischen Truppen hindern die verbliebenen ukrainischen Angestellten daran, miteinander zu kommunizieren oder das Werksgelände zu verlassen, wie Enerhoatom via Telegram mitteilte. Auf diese Weise wollten sie verhindern, dass Kraftwerksmitarbeiter russische Stellungen auf dem weitläufigen Kraftwerksgelände an die ukrainischen Streitkräfte weitergeben.