Moskau-Liebe mit Hindernissen

In zwölf Jahren unternahm Heinz Fischer 191 (!) Auslandsreisen. Der aktuelle Kurztrip nach Moskau gehört zu den wichtigsten seiner Amtszeit. "Heute" begleitete den Präsidenten zu Putin.

In zwölf Jahren unternahm Heinz Fischer 191 (!) Auslandsreisen. Der aktuelle Kurztrip nach Moskau gehört zu den wichtigsten seiner Amtszeit. "Heute" begleitete den Präsidenten zu Putin.

"20 Mal", schätzt Heinz Fischer, sei er bisher in Russland gewesen. Kein Zufall. Die Russen mögen Österreich. Historisch, kulturell, politisch. Und Fischer mag Russland. 1963 war er zum ersten Mal hier.

Aktuell zwicken Moskau die EU-Sanktionen. Der Kreml hofft, dass Österreich ein Schuhlöffel für die Aufhebung sein kann. Die russische Wirtschaft schrumpft 2016 zum dritten Mal in Folge. Inflation: 12,9 Prozent.

Andererseits hat Österreich große wirtschaftliche Interessen in der Region. 550 Firmen haben Niederlassungen hier. 2015 brachen die Exporte wegen der Sanktionen um 38,5 Prozent ein. Die Zahl russischer Touristen in Österreich ging um 33 Prozent zurück.

Persönlicher Wunsch Putins

Es war persönlicher Wunsch Putins, dass ihn der scheidende Amtskollege aus Österreich noch einmal besucht. Fischer reiste mit vollen Händen an: In seiner Delegation drei Minister (Kurz, Rupprechter, Brandstätter) und Kammerboss Leitl.

Alte Liebe rostet nicht: Fischer betonte zwar, Österreich stehe "loyal zu den EU-Sanktionen" - er machte aber auch klar, dass jeder, der die gegenseitigen Beziehungen verbessern wolle, damit keine Freude haben könne. Putin erklärte, dass es trotz aller "Schwierigkeiten" (gemeint sind die Sanktionen) eine "vertrauensvolle Beziehung" gebe.

Christian Nusser, aus Moskau

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