Mundl-Porträt "unverschämt", wie "Kim Jong-un"

Marcus Franz (SPÖ) vor seinem "Mundl"-Graffiti.
Marcus Franz (SPÖ) vor seinem "Mundl"-Graffiti.Denise Auer
Ein Graffiti des Favoritner Bezirksvorstehers Marcus Franz (SPÖ) sorgt bei den politischen Konkurrenten Berger (FP) und Marchetti (VP) für Kritik.

Der Favoritner Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) hat ein Porträt von sich in Auftrag gegeben (und selbst dafür bezahlt stellte er klar), welches seit Montag eine Hausfassade am Columbusplatz im zehnten Wiener Gemeindebezirk ziert. Zu sehen ist der Politiker in einer etwas anderen “Ausgabe“: die Arme lässig verschränkt, vier Tattoos zieren den durchtrainierten Körper, oben nur mit einem Ruderleiberl bekleidet. ("Heute" berichtete)

Das Motiv soll an die legendäre Favoritner Filmfigur Mundl erinnern. Statt "Mei Bier is ned deppat" lautet das Motto vom Bezirkspolitiker allerdings "Mei Favoriten is ned deppat".

Während das Graffiti viele Passanten und Bewohner Favoritens erfreut, betrachten die Vertreter der gegnerischen Parteien das Porträt mit etwas anderen Augen.

Aufregung und Kritik der Opposition

Die FPÖfindet offenbar nicht allzu viel Gefallen an dem Graffiti. FPÖ-Bezirksparteiobmann Stefan Berger zog einen Vergleich mit Propaganda wie sie in Nordkorea betrieben wird. Das Graffiti erinnere nämlich an Kim Jong-un. Außerdem kritisierte Berger die Prioritäten der SPÖ. Die Partei sorge sich nur um sich selbst, während kulturelle Konflikte und die Kriminalität den Alltag bestimmen würden. Da das Porträt eine "Zumutung für die Passanten, die sich das anschauen müssen" sei, so Berger, fordert er, dass das Graffiti umgehen entfernt wird.

Auch die ÖVP  ist ähnlicher Meinung:

"Wir erleben in den letzten Jahren in Favoriten ein selbst für die SPÖ neues Ausmaß an unverschämter Selbstinszenierung", sagte der Favoritner Bezirksparteiobmann Nico Marchetti.
Nico Marchetti (ÖVP)
Nico Marchetti (ÖVP)Sabine Hertel

Der Nationalratsabgeordnete verweist in einer Aussendung auf ein eigenes DKT, das ebenfalls ein Bild von Franz schmückt. Zudem kritisiert er, dass es eine Vereinbarung gebe, am Columbusplatz keine parteipolitische Werbung zu machen.

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