Mure, Hagel und Regen verwüsteten Hallstatt

Die Innenstadt von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut ist Dienstagabend vermurt worden. Nach einem Wolkenbruch ist ein Bach über die Ufer getreten und hat den historischen Marktplatz von Hallstatt verwüstet.

Nach den schweren Unwetterschäden in der Marktgemeinde Hallstatt und der Sperre der Pass-Gschütt-Bundesstraße zwischen Gosaumühle und Gosau wurde am Mittwoch für die Region Katastrophenalarm ausgerufen. In Hallstatt sind diesmal rund 150 Bewohner von 30 Häusern in der Gemeinde betroffen. Das zur Hilfe angeforderte Bundesheer war im Anmarsch.

Nach dem Murenabgang in der Nacht auf Mittwoch in Hallstatt (Bezirk Gmunden) beläuft sich allein der Schaden an der Infrastruktur auf rund eine Million Euro. Diese erste Schätzung gab Gemeindereferent Josef Ackerl (SPÖ), der am Dienstag unabhängig von dem Unglück einen Termin mit Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) hatte, an Ort und Stelle ab. Ackerl habe zugesagt, dass alles, was nicht durch den Katastrophenfonds gedeckt ist, von seinem Ressort übernommen werde, so Scheutz.

Begonnen habe das Unglück Dienstagabend mit einem heftigen Gewitter, schilderte Scheutz den Hergang. "Es ist über Hallstatt gehangen und hat sich immer wieder gedreht. Der Regen hat nicht auslassen", sagte das Gemeindeoberhaupt. Plötzlich seien Bäche an Stellen herausgekommen, wo dies noch nie der Fall gewesen sei. Mehrere Ortsteile seien davon betroffen. Das Zentrum wird nun für Touristen länger geschlossen bleiben.

Am folgenschwersten sei, dass der Mühlbach verklaust worden sei und sich Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen in das Ortszentrum ergossen. Nicht nur der Marktplatz, sondern ein weiterer und die anliegenden Gebäude seien betroffen, insgesamt etwa 30 Gebäude mit rund 150 Bewohnern. Der Strom rann auch Mittwochvormittag noch durch das Gasthaus "Seewirt". Aus dem Hotel "Grüner Baum" mussten rund 30 Gäste evakuiert werden.

"Wir können jetzt jede helfende Hand brauchen"

Die freiwillige Feuerwehr Hallstatt war Mittwochvormittag mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Allerdings kann der kleine Ort nur etwa zwei Dutzend Helfer aufbieten. Deshalb kam Unterstützung aus den benachbarten Orten Obertraun und Bad Goisern, insgesamt um die 50 Mann. Zusätzlich waren aus der Umgebung spontan freiwillige Helfer angereist. Scheutz ist dankbar: "Wir können jetzt jede helfende Hand brauchen".

Zuallererst müsse versucht werden, die Verklausung des Mühlbaches zu beseitigen, damit er nicht mehr die Umleitung durch den Ort nimmt. Allerdings sei das Gelände sehr eng. Damit sei ein Einsatz von schwerem Gerät nicht möglich, analysierte der Bürgermeister: "Das muss alles händisch gemacht werden".

Soldaten im Einsatz  

Nach Anforderung durch die Behörden wird das Bundesheer mit Soldaten und schwerem Gerät die Hilfskräfte in Hallstatt unterstützen. Seit den Morgenstunden erkundet bereits der Pionieroffizier des Militärkommandos Oberösterreich die potentiellen Einsatzstellen der Assistenzkräfte. In dieser Erkundung wird festgestellt, wo und wie Soldaten und Geräte am besten eingesetzt werden können.

Nicht genug damit, sind nicht weit von Hallstatt auch auf die Pass-Gschütt-Bundesstraße (B166) im Gemeindegebiet von Gosau (ebenfalls Bezirk Gmunden) zwei Muren beziehungsweise Steinlawinen abgegangen. Die Straße wurde dabei auf einer Länge von etwa 80 Meter teilweise bis zu vier Meter hoch verschüttet. Sie musste gesperrt werden. Gosau kann vorerst nur über Salzburg erreicht werden.

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