Touristen standen am Samstag vor verschlossenen Türen: Der Louvre und zahlreiche weitere Museen in Paris blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Auch die Pariser Oper sagte Vorstellungen ab, die Kunstmesse Art Basel Paris strich ihr Wochenendprogramm.
Die Maßnahmen folgten auf die gewaltsamen Ausschreitungen bei landesweiten Protesten vor einer Woche. Dabei ging es um die hohen Lebenshaltungskosten und den Zustand öffentlicher Dienste. Die Gewalt und die Schäden veranlassten die Regierung, örtlich begrenzte Ausgangssperren zu verhängen und öffentliche Einrichtungen vor den für Samstag geplanten Demonstrationen zu schließen.
Vor den versperrten Toren des Louvre versuchten enttäuschte Besucher, einen Blick ins Museum zu erhaschen. Die Mona Lisa blieb für sie unerreichbar. Auch die Orangerie, das Jeu de Paume und das Picasso-Museum waren geschlossen. Der gesamte Tuileriengarten, der vom Louvre wegführt, wurde abgesperrt.
"Als wir gekommen sind, dachten wir, dass es ein Problem geben könnte, aber nicht, dass das Museum geschlossen sein würde", sagte die 31-jährige italienische Sozialpädagogin Selena Bertoni vor dem Musée d'Orsay. Für ihren viertägigen Paris-Aufenthalt hatte sie 50 Euro für zwei Eintrittskarten bezahlt. Sie wollte die impressionistischen Gemälde und andere Meisterwerke sehen. "Schlechtes Timing", sagte sie schulterzuckend.
"Das ist das dritte Museum, zu dem wir gekommen sind, das geschlossen ist. Man hätte uns warnen sollen", sagte die 21-jährige französische Besucherin Heidi Rosar.
Der 67-jährige Kanadier Don Nowschuk wollte zumindest die Glaspyramide vor dem Louvre sehen. Er vermutete, die Behörden könnten überreagieren. "Es gibt so viel Sicherheit, dass man meinen könnte, das würde reichen, um das Museum zu schützen", sagte er. "Es ist ein bisschen seltsam, so viele Polizisten mit Waffen in Paris zu sehen. Wir sind Waffen gewohnt, aber nicht so."
Auch die Pariser Oper schloss aus Sicherheitsgründen für Mitarbeiter und Publikum sowohl den Palais Garnier als auch die Opéra Bastille. Die Veranstalter der renommierten Kunstmesse Art Basel Paris sagten außerdem ihr Programm für das Wochenende ab.
Die Kulturstätten hatten am Freitag über die Schließungen informiert. Manche Besucher hatten gar nicht daran gedacht, nach Hinweisen zu suchen. "Woher hätten wir das wissen sollen? Wir dachten nicht, dass ein Museum geschlossen sein könnte. Wir sind ein bissl naiv", sagte die 59-jährige Französin Catherine Sebbagh.