Neue Kennzeichnungspflicht

Musikbranche einigt sich auf KI-Labels

Die Musikindustrie hat sich auf zwei Labels geeinigt, um KI-Musik zu kennzeichnen. Streaming-Riesen wie Spotify sind noch nicht dabei.
Technik Heute
11.07.2026, 19:47
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Musikhörer sollen künftig auf einen Blick erkennen, ob ein Song mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Die großen Branchenverbände der internationalen Musikindustrie haben sich auf ein einheitliches Kennzeichnungssystem geeinigt.

Konkret gibt es zwei neue Labels: "KI-generiert" und "KI-unterstützt". Ein Stück gilt bereits als KI-generiert, wenn etwa der Leadgesang oder zentrale Instrumentalparts per Prompt erzeugt wurden. Als KI-unterstützt wird Musik eingestuft, wenn sie im Wesentlichen von Menschen erstellt wurde und Gesang sowie Hauptinstrumente von Menschen eingespielt wurden.

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Wie heise online berichtet, unterstützen mächtige Organisationen wie die Recording Industry Association of America (RIAA) und die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) die Initiative. Auch der deutsche Bundesverband Musikindustrie (BVMI), die Grammy-Organisation und die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA sind mit an Bord.

Große Lücken im System

Das Kennzeichnungssystem hat allerdings Schwachstellen. Songtexte, Plattencover und Musikvideos sind von den Labels explizit ausgenommen. Das bedeutet: Ein Text kann komplett von einer KI stammen, ohne dass dies gekennzeichnet werden muss. Auch Kompositionen fallen nicht unter die Regelung - ein Stück kann also vollständig von einer KI erfunden werden und braucht kein Label, solange Menschen singen und die Instrumente spielen.

Streaming-Riesen beobachten nur

Auffallend ist, dass die großen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music, YouTube und Amazon die Initiative nicht mittragen. Deren Dachverband Digital Media Association erklärte lediglich, man werde das Vorhaben "beobachten".

Dabei ist KI-Musik längst ein Massenphänomen: Laut Deezer waren 44 Prozent der neuen Uploads im April 2026 KI-generiert - fast viermal so viele wie ein Jahr zuvor. Die Labels sollen ähnlich wie die bekannten "Explicit Lyrics"-Warnaufkleber in die Cover integriert werden.

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