Mutter dealt seit dem Lockdown, um Kinder zu ernähren

Eine Mutter sah sich gezwungen während der Pandemie mit Drogen zu dealen, um ihre Kinder über Wasser zu halten.
Eine Mutter sah sich gezwungen während der Pandemie mit Drogen zu dealen, um ihre Kinder über Wasser zu halten.istock
Die Corona-Krise stellt viele Existenzen vor harte Herausforderungen. Eine alleinerziehende Mutter begann im Lockdown mit Drogen zu dealen.

Mandy ist 35 Jahre alt und lebt in London. Durch die Corona-Krise fielen der Grafikdesignerin Aufträge weg, weswegen die alleinerziehende Mutter sich überlegen musste, wie sie zu Geld kommt, um ihre beiden Töchter ernähren zu können.

Deswegen startete sie kurzerhand einen Lieferservice für Haschisch- und Cannabis-Edibles. Der Name, der für das unkonventionelle Projekt geschaffen wurde, „National Hashish Service“ (NHS), lehnte an das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien an.

Wie die Engländerin gegenüber Viceerzählt, kaufte sie im März, dem Monat der großen Ungewissheit, erstmals hochwertiges Haschisch in großen Mengen von einem Freund. Dafür investierte sie einen Großteil ihrer Ersparnisse. Da sie selbst bemerkte, wie ihr eigener Konsum während der Isolation anstieg, entschied sie sich dazu, den Rest zu verkaufen.

"Ich war stoned, paranoid und hatte Schweißausbrüche"

Sie versendete zunächst nur im kleinen Rahmen, da sie auf Nummer Sicher gehen wollte nicht entdeckt zu werden. Zudem verschickte sie gratis Päckchen an Freunde und Menschen, von denen sie wusste, dass sie es während des Lockdown benötigen könnten.

„Ich habe noch nie etwas im Darknet gekauft und ich hatte auch keine Ahnung, wie man so etwas sicher verschickt. Ich habe einfach ein bisschen improvisiert mit Abdeckband, Plastikzeug und alten Cornflakes-Schachteln. Ich war stoned, paranoid und hatte Schweißausbrüche, als ich zum ersten Mal zur Post bin, um die Pakete aufzugeben.“

"Ich war wie gelähmt vor Angst"

Die Anfragen nahmen stetig zu. Durch Mundpropaganda sprach sich ihr Geschäftszweig herum, was Mandy gelegen kam, da die Aufträge weiter einbrachen.„Inzwischen bekam ich, wie viele andere Menschen, fast gar keine Aufträge mehr. Freunde von Freunden in ganz Großbritannien sagten mir, dass sie gerne mehr kaufen würden. Und ich brauchte das Geld. Der Erlös von meiner ersten Ladung hatte mir geholfen, meine Rechnungen zu bezahlen und Lebensmittel zu kaufen. Also habe ich ein bisschen davon in eine neue Lieferung investiert und dann normale Preise verlangt, weil ich sonst keine Einkünfte hatte. Ich verdiente damit 2.000 Pfund. Miete und Rechnungen türmten sich, weil ich einen wichtigen Klienten verloren hatte. Ich hatte keinen Anspruch auf Regierungshilfen. Ich war wie gelähmt vor Angst.“

Mittlerweile hat sie 20 bis 30 Stammkunden. 1.500 Pfund im Monat bleiben ihr steuerfrei. Mehr Angst als erwischt zu werden hat die 35-jährige davor, aus ihrer Wohnung geworfen zu werden. Ihre Töchter wissen nichts von ihrem Nebenverdienst.

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