Muttermilch soll Krebs heilen

Uni-Graz-Forscherin und Mama Dagmar Zweytick macht Hoffnung: Aus einem Eiweißmolekül entwickelt ihr Team ein neues Medikament gegen Krebs.

In Muttermilch ist alles drinnen, was Babys in den ersten Monaten brauchen. Erstmals sollen nun auch Erwachsene vom Besten für Neugeborene profitieren. Die Uni Graz entwickelt ein neues Medikament gegen Krebs, das aus einem Eiweißmolekül der Muttermilch gewonnen wird.

Die Steirerin Dagmar Zweytick, Molekularbiologin und Mama von Zwillingen, leitet die vielversprechende Forschung. "Wir wissen längst, dass Muttermilch antibakterielle Stoffe enthält und die Entstehung von Krebszellen beeinflussen kann", sagt sie.

Bei Mäusen funktioniert es schon

Das Eiweißmolekül Lactoferrin, das in einigen Ländern sogar schon als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist, kann dank des Einsatzes der steirischen Wissenschaftler nun noch mehr: "Wir haben es verstärkt und umgebaut, sodass es Krebszellen aufspüren und zerstören kann", berichtet die Forscherin. Und freut sich über den ersten Erfolg: "Es funktioniert bereits im Tierversuch".

Bei den behandelten Mäusen zeigte sich ein starker bis vollständiger Rückgang der Tumore. Der nächste Schritt sind nun Tests an gesunden Menschen.

Das Muttermilch-Molekül kann synthetisch hergestellt werden. Noch wird es ausschließlich gegen schwarzen Hautkrebs und Krebs im Gehirn (Glioblastom) getestet. "In Zukunft soll es aber als Therapie gegen jede Form von Krebs eingesetzt werden", macht Zweytick Hoffnung.

(sk)

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