Mysteriöser Tod "nur zehn Schritte vor der Haustür"

Links die Unfallstelle an der Josef H. (rechts) vom Auto einer 27-Jährigen überrollt und tödlich verletzt wurde.
Links die Unfallstelle an der Josef H. (rechts) vom Auto einer 27-Jährigen überrollt und tödlich verletzt wurde.Matthias Lauber/privat
Der Innviertler Josef H. (64) wurde vor der eigenen Haustüre am Boden liegend überfahren. Sein Tod bleibt vorerst ein Rätsel. Das weiß man bisher.

Es war Samstag, knapp vor 22 Uhr, als es in Andorf (Bez. Schärding) zum tragischen Unfall kam. Wir berichteten.

Josef H. wurde auf der L1135 vom Auto einer 27-jährigen Lenkerin aus dem Bezirk Schärding überrollt. Der Pensionist war kurz zuvor mit dem Auto heimgefahren worden.

Eine 29-Jährige hätte ihn mit eingeschalteter Warnblinkanlage an der späteren Unfallstelle aussteigen lassen. Auch zwei weitere Personen sind mit im Pkw gesessen, berichtet die Polizei Sonntagvormittag.

"Er wohnte sehr abgelegen, muss aber nur mehr ungefähr zehn Schritte bis vor die Haustür gehabt haben", erzählt Adolf Schütz. Der 61-Jährige ist Obmann des örtlichen Stockschützenvereins, H. war 30 Jahre lang dort Mitglied.

Vom Tod seines Freundes erfuhr dieser von der Polizei selbst. Und die steht aktuell vor einem Rätsel. Denn wie es konkret zum Unfall kommen konnte, ist noch alles andere als klar. Das mysteriöse an der Geschichte: der 64-Jährige soll schon auf der Fahrbahn gelegen haben, als er von der jungen Lenkerin überfahren wurde. 

War Todesopfer auf die Straße gestürzt?

Josef H. dürfte sofort tot gewesen sein. Vom tödlichen Unfall des 64-Jährigen erfuhr die 29-Jährige noch an Ort und Stelle. Laut Polizei soll sie, nachdem H. ausgestiegen war noch zirka 150 Meter weitergefahren sein, um das Fahrzeug zu wenden, kam dabei wieder bei der Unfallstelle vorbei. 

"Warum der Josef auf der Straße gelegen war, kann ich nicht sagen. Vielleicht hats ihn geschmissen. Ich weiß es nicht", so Schütz. Auch Bürgermeister Peter Pichler (SP) kann sich den Unfalltod des 64-Jährigen nicht wirklich erklären, aber auch er vermutet Ähnliches, dass H. unglücklich gestolpert sein muss. "Unfassbar. Er war ein gemütlicher, immer freundlicher und liebenswerter Bursch". Den Staplerfahrer habe er früher ab und zu mal im Wirtshaus angetroffen, so Pichler.

"Er wird eine große Lücke hinterlassen".

Kinder oder eine Lebenspartnerin hatte der 64-Jährige nicht. Er lebte alleine. H. hat Zeit seines Lebens in Andorf für eine Firma, die im Bereich Baustoff und Betonwaren-Erzeugung tätig ist, gearbeitet. Erst vor zwei Jahren hat er sich in die Pension verabschiedet. Zudem soll er sich aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr eingebracht haben. 

"Er wird im Verein eine große Lücke hinterlassen. Auch so konnte man immer auf ihn zählen. Wenn du ihn gebraucht hast, war er da", so Schütz.

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