Tiere

Nach Aufdeckung! Bauer lässt Hennen aus Käfigen

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:46

Bauer aus NÖ verkaufte Käfigeier als "Bodenhaltung". Tierschützer kritisieren "lückenhaftes Kontrollsystem" und freuen sich über erste Maßnahmen.

Tierschützer vom "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) decken auf, dass ein niederösterreichischer Bauern Käfigeier als Eier aus Bodenhaltung verkaufte – zumindest im Bezirk Tulln (Niederösterreich). Die Aktivisten kritisieren, dass die Behörden davon nichts mitbekamen.

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„"Wir sehen, dass das Kontrollsystem lückenhaft ist und verstärkt werden muss!"“

, so David Richter vom VGT.

Eines konnten die Tierschützer mit ihrer Aufdeckung und Anzeige bereits erwirken: Tausende Hennen wurden aus ihren Käfigen gelassen und ein Strafverfahren eingeleitet. '"Heute.at" hat bei der Bezirkshauptmannschaft Tulln nachgefragt, wie das Kontrollsystem aussieht und wie es mit dem Fall weitergeht.

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Bauer musste Hennen aus Käfigen lassen

Der Leiter der Bezirkshauptmannschaft Tulln, Andreas Riemer, bestätigt auf "Heute.at"-Nachfrage, dass die Haltung "in der Form nicht zulässig ist." Es werde diesbezüglich ein Strafverfahren geben und "mit dem heutigen Tag stellt der Bauer seinen Betrieb um...", so Riemer. Gesagt, getan. Zwei Tage nach der Aufdeckung sind die Hennen nicht mehr in Käfige gesperrt. "Mit zumindest 500 Euro" Bußgeld müsse der Bauer nun rechnen.

Auf Nachfrage von "Heute" wie es mit den Kontrollen vor Ort aussehe, antwortet Riemer: "Wir machen stichprobenartige Kontrollen." Falle ein Betrieb negativ auf, prüfe man dort öfter nach. Tipps aus der Bevölkerung kommen immer wieder, so Riemer. "Wir haben sehr aufmerksame Zeitgenossen im Bezirk."

Händler offenbar nicht über falsche Deklarierung informiert

"Heute.at" hat bei zwei Abnehmern (Heuriger und Supermarkt) nachgefragt, ob sie über die falsche Deklarierung informiert wurden. Sie waren schockiert und überrascht, wollen anonym bleiben. Ihre Antworten zusammengefasst: Ein Händler erfuhr am gestrigen Dienstag erst auf Nachfrage von "Heute.at" von dem Fall und legte den Hörer auf. Seither ist er für "Heute.at" nicht mehr zu erreichen. Ein zweiter Abnehmer der Eier las in der Zeitung von dem Fall und nahm die betroffenen Eier aus dem Sortiment, um diese nun prüfen zu lassen.

Diese Eier wurden als Eier aus "Bodenhaltung" verkauft.

Aufdeckungsarbeit mit Gefängnis bestrafen?

Der VGT fordert eine "ausführliche Aufklärung des Falls und österreichweite Konsequenzen.", so David Richter vom VGT, der den Fall mit betreut. Die Aufdeckung zeige zudem einmal mehr, wie wichtig die Arbeit von Tierschützern ist und dass diese nicht kriminalisiert werden darf. Genau dies wolle Türkis.

Die Volkspartei versuchte, das heimliche Filmen in Tierfabriken und Ähnlichem mit bis zu einem Jahr Gefängnis zu bestrafen. Ein entsprechender Antrag wurde bei der letzten Nationalratssitzung der ehemaligen Expertenregierung im vergangenen Sommer eingebracht. Die Gesetzesverschärfung scheiterte jedoch (vorerst) am "Nein" der anderen Parteien. "Heute" berichtete.

Zum Nachlesen:

+++ Illegale Käfighaltung in Tulln aufgeflogen +++

+++ Käfig- statt Bodeneier: Kunden können klagen +++