Nach Bronze-Wurf: "Hätte gern jeden im Stadion geküsst"

Lukas Weißhaidinger
Lukas WeißhaidingerPicturedesk
Lukas Weißhaidinger hat für die fünfte österreichische Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio gesorgt, holte Bronze im Diskuswerfen. 

Der Oberösterreicher hatte sich mit einer Weite von 67,07 hinter den beiden Schweden Daniel Stahl (68,90) und Simon Pettersson (67,39) klassiert, hatte in seinem besten Versuch fünf Zentimeter weiter als Matthew Denny aus Australien geworfen. 

Ein Busserl für den Ring

Für den 29-Jährigen ist in Tokio jedenfalls ein Traum in Erfüllung gegangen. "Ich hätte gerne jeden im Stadion geküsst. Aber mit Corona war das natürlich nicht möglich", lachte Österreichs erster männlicher Olympia-Medaillengewinner bei Leichtathletik-Bewerben im "ORF". Deshalb hatte der 29-Jährige dem Abwurf-Ring ein Bussi aufgedrückt. "Der Ring war extrem schnell, ich habe lange überlegt, welche Schuhe ich nehmen soll. Deswegen hat er dann ein Busserl bekommen", schmunzelte der Diskuswerfen. 

Das Finale war jedenfalls nervenaufreibend gewesen. Auch für Weißhaidinger selbst. "Die, die den Wettkampf verfolgt haben, sind sicher ganz schön fertig. Wenn man selbst teilnimmt, kann man das mal hundert rechnen", erzählte der Diskuswerfen.

Umso größer war dann die Erleichterung, als die Medaille fixiert war. "Da kommt dann alles zurück, die Entbehrungen der letzten Jahre. Man ist überwältigt. Der Druck ist auch da, weil man ein Medaillenkandidat ist. Und wenn man das dann erledigt hat, kann schon ein bisschen das Aug jucken", hatte der Leichtathlet gelacht. 

Mit der Freundin telefoniert

Nach einem langen Programm bis spät nach Mitternacht (Medientermine, Pressekonferenz und Doping-Kontrolle) hatte Weißhaidinger sein Handy kurz aufgedreht, mit der Heimat telefoniert. "Ich habe bei der Hanna angerufen, auch bei der Mama. Aber sonst bin ich gar nicht mit allem durchgekommen", schmunzelte Weißhaidinger über die Vielzahl an Glückwünschen. 

Voll auf Angriff programmiert

Dabei war der Wettkampf gar nicht nach Wunsch verlaufen, wie Weißhaidinger verriet. "Im ersten Versuch wollte ich gleich einen raushauen. Das hat nicht funktioniert. Keiner der Versuche hat sich gut angefühlt. Ich weiß gar nicht, warum die so weit geflogen sind. Technisch ganz, ganz krumm", erzählte der 29-Jährige, der nach dem dritten Versuch sogar verwarnt worden war, weil er ein Harz verwendet hatte. 

"Aber mit dem zweiten Versuch hab ich den Flow gleich mitnehmen können. Ich bin an die Grenze gegangen. Das Mindset war voll auf Angriff, ich hatte das Gefühl, dass ich auch Daniel Stahl schlagen kann. Ich war voll auf Angriff", erzählte der Oberösterreicher, der bei den Würfen der Konkurrenten nie zugeschaut hatte: "Das mache ich nie, das bringt mir auch nichts." 

Schnelle Rückkehr

Für Weißhaidinger geht es nun so schnell wie möglich zurück nach Österreich. Dann wird auch Bronze gefeiert. "Ich will meine Familie, meine Freunde umarmen. Wir haben die Bubble sehr ernst genommen. Deshalb freue ich mich, wenn ich bei meinen Liebsten sein kann, ich war zuletzt sehr viel allein", schloss der Oberösterreicher, der nun besonders viel Zeit zum Feiern hat. 

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