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Nach dem Urlaub lebte eine Made in ihrer Stirn

Heute Redaktion
13.09.2021, 18:16

Zuerst hielten es die Ärzte für einen üblen Insektenstich. Doch als die Schwellung an ihrer Stirn immer größer wurde, musste die Britin operiert werden.

Mit einem Urlaubssouvenir der besonderen Art musste sich eine 55-jährige Britin herumschlagen: Von einem Dschungeltrip in Uganda kehrte sie mit einer deutlichen Verdickung an der Stirn nach Hause zurück. Als diese sich nicht zurückbildete, sondern noch weiterwuchs, suchte sie die Notfallabteilung auf. Nachdem sie dem diensthabenden Arzt geschildert hatte, wo sie in den Ferien gewesen war, tippte dieser auf einen besonders üblen Stich eines tropischen Insekts, verschrieb ihr Antibiotika und schickte sie nach Hause.

Doch die Medikamente halfen nicht. Drei Tage später kehrte die Frau mit einer noch größeren Beule und stechenden Schmerzen ins Krankenhaus zurück. Nun schauten die Ärzte genauer hin und entdeckten ein kleines Loch in der Schwellung, aus der eine Flüssigkeit austrat, wie sie im Fachblatt "BMJ Case Reports" schrieben.

Äußerst selten

Weitere Tests ergaben: Die Frau hatte einen Mitbewohner. Und zwar eine Larve der tropischen Fliegenart Cordylobia rodhaini. Die Ärzte waren erstaunt, denn die Fliege nistet sich gewöhnlich nicht in Menschen ein. Seit 1970 wurden gerade einmal 14 Fälle registriert. Und trotzdem: In der Frau lebte zweifelsfrei eine Larve. Doch wie kam sie dorthin?

Das war der Tatsache geschuldet, dass die Fliegen der Art C. rodhaini ihre Eier nicht nur im Sand, sondern gern auch mal in Kleidungsstücken ablegen. Es sind denn auch meistens Körperteile befallen, die mit Kleidern in Verbindung kommen, etwa der Rücken, die Brust oder Arme und Beine. Der Frau wurde zum Verhängnis, dass sie sich ein Tuch um die Stirn gewickelt hatte, das sie zuvor zum Trocknen draußen aufgehängt hatte.

Hätte die Frau nicht reagiert, wäre die Larve in etwa einer Woche zur Fliege geworden und hätte ihren Wirt von selbst verlassen. So machten sich die Ärzte aber daran, den ungebetenen Gast möglichst schonend zu entfernen. Zuerst drehten sie der Larve mit Petroleumgel die Luft ab, so dass diese sich an die Hautoberfläche begab. Dann konnten sie sie mit einem gezielten Schnitt relativ einfach herausholen. Die Frau blieb noch vier Tage im Krankenhaus und ist nun vollständig genesen. (jcg)

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