Sein Abgang als Intendant der Salzburger Festspiele kam nach sechs Jahren unerwartet und wirft noch immer Fragen auf. Offiziell hieß es, man habe sich wegen "unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen" vergangenen März mit sofortiger Wirkung getrennt.
Ein Auslöser war der Streit zwischen Markus Hinterhäuser und dem Kuratorium über die Nachbesetzung der Schauspielleitung. Der damalige Festival-Chef hatte sich für seine Favoritin Karin Bergmann stark gemacht, die ihn inzwischen als interimistische Intendantin abgelöst hat. Auch der Vorwurf, es gäbe Probleme mit seinem Führungsstil stand im Raum.
Bisher hat der 68-Jährige eisern zu den Vorgängen rund um sein Aus geschwiegen. Nun meldet sich der Pianist zurück und schlägt dabei harmonische Töne an. Gemeinsam mit Opernsänger Matthias Goerne bringt er am 24. Juli ein neues Album bei der Deutschen Grammophon heraus: "Zwielicht" enthält Lieder von Robert Schumann, etwa aus "Gedichte der Königin Maria Stuart" oder "Gesängen des Harfners".
Hinterhäuser lässt offenbar lieber die Musik sprechen, statt sich persönlich zu äußern. Eine Rückkehr zu den Salzburger Festspielen soll es für ihn dennoch geben, jedoch anders, als gedacht: Am 29. Juli soll er gemeinsam mit Goerne einen Liederabend im Rahmen des Festivals, in der Stiftung Mozarteum spielen. Ob das Konzert tatsächlich stattfindet, ist bisher nicht bestätigt, abgesagt wurde es aber auch nicht.