Zwei Menschen in Lebensgefahr

Nach größtem Legionellen-Ausbruch – Männer vor Gericht

Nach dem größten bekannten Legionellen-Ausbruch Österreichs stehen drei Männer vor Gericht. Jeder sieht die Verantwortung beim anderen.
Österreich Heute
18.08.2026, 15:35
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Im Landesgericht Feldkirch dreht sich derzeit alles um die Frage: Wer ist für den Legionellen-Ausbruch in Wolfurt verantwortlich? 43 Menschen infizierten sich, 42 mussten ins Krankenhaus, zehn davon auf die Intensivstation. Zwei Betroffene sollen sogar in Lebensgefahr geschwebt sein.

Im Februar 2025 endete die bisher größte bekannte Welle an Legionelleninfektionen in Österreich. Nun sitzen drei Männer auf der Anklagebank. Ihnen wird fahrlässige Gemeingefährdung und fahrlässige Beeinflussung der Umwelt vorgeworfen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Kühlturm nicht gewartet

Im Zentrum steht ein Kühlturm des Verpackungsunternehmens Rattpack. Laut Staatsanwaltschaft wurde dieser nicht ordentlich gewartet, nicht auf Legionellen getestet und auch nicht entsprechend gereinigt. Doch wer dafür verantwortlich war, darüber gehen die Aussagen auseinander.

Der angeklagte Verantwortliche von Rattpack ließ durch seinen Verteidiger erklären, dass er nicht persönlich für die Reinigung zuständig gewesen sei. Er habe sich auf einen fähigen Mitarbeiter verlassen.

Subunternehmen beauftragt

Auch dessen Verteidiger weist die Verantwortung zurück. Der Mitarbeiter habe ein Subunternehmen mit der Reinigung beauftragt. Dieses habe bereits jahrelang für Rattpack gearbeitet und dafür auch Rechnungen gestellt.

Der Verteidiger des Drittangeklagten sieht die Sache wiederum anders und schließt sich weitgehend den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft an. Rattpack sei für den Kühlturm zivil- und strafrechtlich verantwortlich. Zwischen dem Unternehmen und der Reinigungsfirma habe es keinen Vertrag gegeben. "Das Beweisverfahren wird zeigen, dass einzig und allein Rattpack für diesen Kühlturm verantwortlich ist."

Scharfe Kritik an Behörden

Für Aufsehen sorgten auch die Aussagen des Verteidigers des Reinigungsmitarbeiters. Dem Unternehmen sei es nach dem Ausbruch vor allem darum gegangen, nicht als Verursacher bekannt zu werden. "Das war in den ersten Stunden Tagen das Wichtigste: nicht in den Medien genannt zu werden", sagte der Verteidiger.

Auch das Land Vorarlberg und die Bezirkshauptmannschaft kritisierte er scharf. Rattpack sei von den Behörden nicht genannt worden. "Dass eine Behörde bei diesem Spiel mitmacht ist äußerst fragwürdig", so der Verteidiger.

Jeder weist Verantwortung zurück

Laut ORF Vorarlberg habe man zuvor mehrere Verfahren angestrengt, um Behördenunterlagen und den Namen des Unternehmens zu erhalten. Rattpack übermittelte schließlich eine Stellungnahme.

Der Drittangeklagte bekannte sich nicht schuldig. Laut seinem Verteidiger habe Rattpack erst sieben Monate nach dem Vorfall versucht, die alleinige Verantwortung auf das Subunternehmen abzuwälzen. Sein Mandant habe weder eine "langjährige Vertragsbeziehung" noch ein "besonderes Vertrauensverhältnis" zum Verpackungsunternehmen gehabt, wie es die Anklage darstelle.

Noch eine Anklage

Neben den drei Männern muss sich auch das Verpackungsunternehmen selbst verantworten. Es wird nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz belangt.

Zu Beginn des Prozesses verwies der Unternehmensvertreter auf 1,7 Millionen Euro Verlust im Vorjahr sowie einen entsprechenden Umsatzrückgang.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.08.2026, 15:35