Zuerst sieht man nur ihr Lächeln, das immer breiter wird. Die Kamera ist direkt auf das Gesicht von Lara Gut-Behrami gerichtet. Sie trägt die Haare offen, dazu ein sommerliches Hemd. Im Hintergrund hört man Vogelgezwitscher und das fröhliche Singen eines italienischen Kinderlieds über weiße Schleifen, die vom Himmel tanzen.
Nach diesem poetischen Einstieg geht es direkt in die verschneiten Berge. Im Winterwunderland der Region Albula, auf 2.500 Meter Seehöhe, schwingt sich Gut-Behrami fünf Monate nach ihrer Knieverletzung wieder über die Pisten von Bivio. Begleitet wird sie dabei von einer Drohne und einem Kamerateam, die im Auftrag ihres Helmsponsors Ka-Ex unterwegs sind.
Nach ihrem schweren Trainingssturz im November in Copper Mountain, bei dem sie einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitt, gab sie eine Woche später ihre erste und bislang einzige Pressekonferenz. "Sportlich ist es nicht der beste Tag meiner Karriere, aber ich nehme das Positive mit und mache weiter."
Ob Comeback oder Rücktritt – diese Frage ließ Gut-Behrami damals offen. Nach der Operation zog sich die 35-Jährige aus der Öffentlichkeit zurück. Selbst bei den Schweizer Sports Awards, bei denen sie Ende März als Sportlerin des Jahres nominiert war, blieb sie fern und ließ sich wegen einer Grippe über ihr Management entschuldigen.
Vergangene Woche machte ihr Name auf der Swiss-Ski-Kaderliste für die kommende Saison Hoffnung auf ein Comeback. Viele Fans hoffen, dass sie nach der verpassten Olympia-Teilnahme im Februar wieder im Weltcup angreift – vielleicht sogar bei der Heim-WM 2027 in Crans-Montana.
Offiziell hat Gut-Behrami das Aufgebot vom Verband noch nicht kommentiert. Im Kurzfilm lässt sie lieber Bilder sprechen. Unter dem Titel "Einfach Lara – einfach Skifahren" zeigt das fünfminütige Porträt die zweifache Gesamtweltcupsiegerin von einer ganz persönlichen Seite.