Seit seiner langwierigen Handgelenksverletzung kam der 29-Jährige nicht mehr in Fahrt, rangiert aktuell bloß auf Platz 111 der Weltrangliste. Auch, weil die bisherige Saison zum Vergessen war. Bloß drei Siegen stehen gleich zehn Niederlagen gegenüber. Am Freitag schied der Niederösterreicher schließlich im Viertelfinale des ATP-250-Turniers von Estoril sang- und klanglos gegen den Franzosen Quentin Halys in zwei Sätzen aus.
Danach zog Thiem die Reißleine. "Leider hat alles ein Ende. Und dieses Ende ist jetzt gekommen", machte der US-Open-Sieger von 2020 schließlich die Trennung von seinem chilenischen Trainer öffentlich, betonte gleichzeitig: "Unsere Freundschaft wird für immer bestehen bleiben."
Thiem wird seit 2019 von Massu betreut, der Doppel-Olympiasieger von 2004 führte Thiem nicht nur zum US-Open-Sieg, sondern auch in Endspiele der Australian Open und French Open, sowie der ATP Finals. Und zum Turniersieg von Indian Wells. Dies zeige auch, "dass wir ein unglaubliches Team sind", erinnerte Thiem auch an erfolgreiche Stunden, wünschte Massu nun alles Gute für die Zukunft.
Trotzdem krempelt Thiem sein Team weiter um. Der Lichtenwörther trennte sich bereits Anfang Februar von der Managementagentur "Kosmos" des ehemaligen Barcelona-Stars Gerard Pique.
Moritz Thiem, Bruder und Manager der österreichischen Nummer eins, brachte derweil ein wenig Licht ins Dunkel, gab gegenüber der "APA" einen kleinen Einblick, warum es zur Trennung kam. "Mit Nico war es an der Zeit, etwas zu verändern. Ein neuer Input ist auch sicher gut und wird ihm hoffentlich helfen. Überhaupt in dieser Phase", meinte der Thiem-Bruder.
Der Thiem-Manager enthüllte auch, dass Österreichs Nummer eins in der kommenden Woche beim ATP-1000-Turnier von Monte Carlo, wo der Weltranglisten-111. dank einer Wildcard im Hauptfeld steht, in Runde eins auf den Franzosen Richard Gasquet trifft, vom Deutsch-Iraner Benjamin Ebrahimzadeh gecoacht wird. Ein Experiment, wie Moritz Thiem dann meinte: "Das probiert man jetzt mal, wie das funktioniert." Der Österreicher Matthias Kapl wird als Physio dabei sein.
Wer künftig an der Seite des Niederösterreichers als Trainer agiert, ist hingegen offen. Ebrahimzadeh war selbst Tennisprofi auf überschaubarem Niveau, betreute seit seinem Rücktritt im Jahr 2008 unter anderem die Deutsche Angelique Kerber und die Französin Alize Cornet.