Niederösterreich

Frau mit Kinderholzlatte getötet: Prozess vertagt 

Mordprozess heute am Wiener Landesgericht: Valdon D. soll seine Ehefrau getötet, dann mit seinen drei Kindern zum Mäci gegangen sein.
26.06.2020, 17:51

Heute musste Valdon D. (32) wegen Mordes vors Wiener „Landl“. Er soll seine mutmaßlich untreue Gattin mit einer Latte aus dem Kinderbett im September 2019 in Wien-Wieden erschlagen haben ("Heute" berichtete).

Der eifersüchtige Kosovo-Albaner war 2009 nach Wien gekommen, wohnte mit Frau (32) und drei Kindern in einer Wohnung in Wieden und hat ein Haus in NÖ. Im Vorjahr war er schließlich davon überzeugt, dass sie eine Affäre mit einem Arbeitskollegen hatte.

Streit wegen Spion-Kuli

Er kaufte auf Amazon einen Abhör-Kuli um 30 €, versteckte diesen in ihrer Jacke. Nur: Die 32-Jährige fand den Kuli, stellte Valdon D. energisch zur Rede, wollte ihn aus der Wohnung werfen.

Daraufhin ging er laut Anklage ins Schlafzimmer, riss die Latte aus dem Bettchen, schlug vier Mal zu, würgte sie mit der Latte und ließ sie sterbend zurück. Dann holte er die Kinder (3,5,10) von Schule und Hort ab, ging auf ein letztes Happy Meal zum Mäci und stellte sich schließlich bei der Polizei Taubstummengasse.

Anwälte: "Kein Tötungsvorsatz"

Seine Anwälte Wolfgang Blaschitz und Mirsad Musilu meinten vor Gericht: „Er wollte sie sicher nicht töten.“ Der Angeklagte sprach über die Beziehung zur 32-Jährigen und einer möglichen Affäre. Er zeigte sich teilweise geständig, gab zu, seine Frau verletzt zu haben, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Sie habe noch gelebt, als er ging und er ging davon aus, dass die 32-Jährige die Attacke überleben würde.

Fortsetzung im Herbst

Der Gutachter sprach über die Verletzungen der 32-Jährigen. Anwalt Wolfgang Blaschitz hob dabei hervor, dass das Würgen mit der Latte nicht so unmittelbar effizient war, wie etwa mit den Händen. Dem stimmte auch grundsätzlich der Expterte zu.

Der Prozess wurde auf 25. September vertagt. Das Schwurgericht will weitere Zeugen, darunter drei Ex-Arbeitskollegen des Angeklagten und einen Polizeibeamten, hören. Valdon D. droht lebenslang (bei Schuldspruch Mord), es gilt die Unschuldsvermutung.

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